Blütenschwestern: Lesung und Workshop

Sommer im Winter: Gestern war ich mit meinem neuen Kinderroman „Blütenschwestern“ (erschienen in der Edition Pastorplatz, illustriert von Mele Brink) in der Natorpschule Bochum. In der ersten Doppelstunde gab es eine Lesung mit Musik, mit vielen Fragen und viel Reden. Auch übers Büchermachen haben wir gesprochen. Ich habe noch mal gemerkt: Lesungen aus den „Blütenschwestern“ machen Freude, das Spiel mit den Gefühlen macht mir großen Spaß.

In der zweiten Doppelstunde haben die Zweitklässlerinen und -klässler selbst Geschichten erfunden und sie zum Teil auch bebildert. So weiß ich jetzt auch, was ein Mauldy ist: Das ist nämlich ein Maulwurf-Handy! Und ich habe gelernt, dass Igel Discokugel-Experten sind. Die Kinder waren so vertieft ins Fabulieren, dass die Zeit wie im Flug verging. Wenn Kinder über ihre Geschichte „Kapitel 1“ schreiben, schlägt mein Autorinnenherz höher,  denn das zeigt: Es wird noch weitere Kapitel geben. Viele Kinder wollten später noch weiterschreiben.

Schön war’s, vielen Dank an die Klasse und die Lehrerin für die tolle Organisation – und an das Programm „Kulturstrolche“. Die „Kulturstrolche“ werden vom Kultursekretariat NRW Gütersloh und vom NRW KULTURsekretariat getragen und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gefördert.

Foto: Andrea Behnke

Vom Wünschen und vom Träumen

Zum dritten Mal habe ich in der Zweigstelle Querenburg der Stadtbücherei Bochum eine Ferienschreibwerkstatt durchgeführt – finanziert über das Programm Schreibland NRW. Am vorletzten Ferientag waren die Eltern zur Abschlusslesung eingeladen.

Dieses Mal ging es eine Woche lang um Texte zu Wünschen und Träumen. Was mich sehr gefreut hat: Viele der 12 Teilnehmenden kannten mich schon aus vorhergehenden Werkstätten oder kamen über Freundinnen, die schon bei mir in einer Werkstatt waren. Dass die Teilnehmenden trotz der Hitze von über 30 Grad die Vormittage in der Bücherei verbrachten, zeigt ihre Schreiblust.

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Kooperation mit dem Jüdischen Museum Westfalen

Ich freue mich über ein Projekt, das ich mit dem Jüdischen Museum Westfalen durchführe. Der erste Baustein ist gerade gelaufen: ein zweiteiliger Schreibworkshop mit 10 Kindern aus den 4. Klassen der Agatha-Grundschule in Dorsten. Die Museumspädagogin hatte den Kindern eine inhaltliche Einführung zur gerade laufenden Ausstellung zu Kindertransporten 1938/1939 gegeben. Im Anschluss habe ich mit den Jungen und Mädchen geschrieben und kreativ gearbeitet. Vor allem ging es auch um Fragen, die das „Heute“ betreffen. Denn es ist mir ein Anliegen zu zeigen, was die Vergangenheit mit unserer Gegenwart und Zukunft zu tun hat. Warum es wichtig ist zu wissen, was in der Vergangenheit passiert ist.

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Kulturstrolche in Wattenscheid

Kurz vor den Osterferien war ich in einer zweiten Klasse der Gertrudis-Grundschule in Wattenscheid – über das Programm Kulturstrolche in Bochum. Das Projekt „Kulturstrolche“ wird vom Kultursekretariat NRW Gütersloh und vom NRW KULTURsekretariat getragen und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gefördert.

Mein Angebot im Rahmen dieses Projektes: eine Lesung plus ein Schnupper-Schreibworkshop im Anschluss. Dieses Mal hatte ich mein Bilderbuch „Was ist nur mit Opa los?“ (Südpol Verlag) dabei. Das ist ein optimales Buch für Lesungen in der 1. und 2. Klasse: Ich kann viele Bilder zeigen, aber es gibt mehr Text als bei anderen Bilderbüchern – und auch der Inhalt ist prima für dieses Alter. Diese Lesung ist mit vielen Tönen und Klängen und Stimmen … und es gibt immer tolle Gespräche mit den Kindern über die Rattenfamilie und ihre Sorgen.

Nach einer kleinen Pause konnten dann die Kinder selbst fabulieren. Sie erfanden eigene Charaktere, erfanden Geschichten von alten Turnschuhen und magischen Ketten, erzählten von ihrer Familie oder dichteten das Leben von Batman und anderen bekannten Figuren weiter, sie schrieben Lyrik, erstellten Collagen mit Bildern und Worten … Ja, auch Zweitklässler/innen können Geschichten und Gedichte schreiben. Die zwei Schulstunden haben vielen gar nicht ausgereicht, sie wollten weitermachen: zu Hause und am kommenden Tag in der Schule.

Fotos: Andrea Behnke

Kartenset zum autobiografischen Schreiben

Belegexemplare: Vor ein paar Tagen kam jedoch kein Buch, sondern ein Kartenset. „Das eigene Leben schreiben. Mit 52 Schreibimpulsen durch das Jahr“ heißt es. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an mein Buch „Mein Leben als Torte“, das ich vor etlichen Jahren geschrieben habe – das hat der damalige Verlag nicht mehr nachgedruckt. Umso mehr freue ich mich, dass der Beltz Juventa-Verlag meiner Idee ein neues Gewand gegeben und aus den Schreibimpulsen dieses tolle Kartenset gemacht hat.

Vor allem richtet sich das Set an Multiplikator/innen, zum Beispiel Menschen in sozialen und therapeutischen Berufen, Schreibgruppenleitungen, Leitungen von Selbsthilfegruppen … Die Karten haben jeweils zwei Seiten: Auf der einen Seite gibt es eine Schreibinspiration rund ums eigene Leben – auf der anderen Seite findet sich ein Tipp, um in den Schreibfluss zu kommen. Außerdem habe ich ein Booklet geschrieben, in dem sich viele Anregungen finden, wie man mit den Karten arbeiten kann.

Andrea Behnke
Das eigene Leben schreiben
Mit 52 Schreibimpulsen durch das Jahr
Beltz Juventa 2022

Foto: Andrea Behnke