Erinnerungsgang in Oldenburg

Letzte Woche hatte ich meine letzten beiden Lesungen aus „Die Verknöpften“ in diesem Jahr: Und diese führten mich nach Oldenburg. Dort durfte ich zum Abschluss des diesjährigen Erinnerungsgangs lesen.

Der dortige Erinnerungsgang umfasst zum einen eine Führung durch die Stadt, bei der der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. Zum anderen gibt es viele weitere Programmpunkte, unter anderem meine Lesungen.

Donnerstag habe ich in der St. Stephanus-Kirche gelesen, wo in diesem Jahr auch eine Ausstellung zu „Kindertransporten“ zu sehen war. Diese Ausstellung war eine Leihgabe des Jüdischen Museums Westfalen, ich habe die Ausstellung dort im Frühling gesehen. Auch Else Hirsch, die Lehrerin aus meinem Kinderroman, spielt dort eine Rolle.

Am Freitag ging es zu zwei 6. Klassen der IGS Helene-Lange-Schule. Diese Gesamtschule hat in diesem Jahr den Oldenburger Erinnerungsgang mitgestaltet – und das habe ich auch gemerkt. Die Lesung war in das Projekt eingebettet, die Kinder hatten viel Vorwissen. Das war ein sehr schöner Verknöpften-Lesungs-Abschluss für 2022.

Weiter geht’s im nächsten Jahr! Ich freue mich schon.

Foto: Andrea Behnke

Flaschenpost-Lesungen mit Musik

Sechs Lesungen aus meinem Kinderroman „Flaschenpost in Sütterlin“ liegen hinter mir: In den letzten Wochen hat mich die Stadtteilbücherei Moers-Repelen zu zwei Lesungen eingeladen, zweimal habe ich im Jugendzentrum „Eckhaus“ in Essen-Kettwig auf Einladung des Fördervereins der dortigen Stadtteilbibliothek gelesen und zwei Lesungen fanden am Freitag, am bundesweiten Vorlesetag, statt. Da war ich Gast in einer Grundschule in Essen-Margarethenhöhe, mit Dank an das Essener Lesebündnis, das diese beiden Lesungen organisiert und finanziert hat. Danke an die Veranstalter dieser sechs Lesungen.

Drei Lesungen waren vor Kindern aus dritten Klassen, eine vor einer gemischten Gruppe Dritt- und Viertklässlerinnen und -klässler, zwei Lesungen waren vor zwei fünften Klassen aus einer Realschule und eine Lesung war öffentlich, am Nachmittag: Dort waren Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren zu Gast.

Manchmal bekomme ich mit, dass sich Lehrkräfte und Lesungsveranstalter nicht so recht trauen, Lesungen aus diesem Buch Grundschulkindern zuzutrauen. Umso mehr habe ich mich gefreut, jetzt so viele Drittklässlerinenn und -klässler erreichen zu können. Denn meine Erfahrung ist: Kindgerecht und behutsam aufbereitet, sind die Themen Krieg, Flucht, Heimweh und Freundschaft sowohl für Kinder ab der 3. Klasse als auch für Kinder der 5. und 6. Klasse wichtig und holen die Kinder ab. Ich komme in diesen Lesungen immer sehr mit den Kindern ins Gespräch, musikalische Elemente untermalen die Geschichte.

P.S.: Danke an die Bücherei Repelen für das Foto von mir.

Interkulturelle Woche in Essen

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich eingeladen worden bin, im Rahmen der Interkulturellen Woche in Essen zu lesen. Die Interkulturelle Woche findet bundesweit in vielen Städten statt – in diesem Jahr war es die letzte Septemberwoche.

Doch meine Lesungen wurden bewusst in den November geschoben: Ich sollte aus meinem Kinderroman „Die Verknöpften“ lesen – rund um den 9. November, an dem der Pogromnacht 1938 gedacht wird, die auch in meinem Buch eine Rolle spielt.

Warum passt ein Buch, das vor dem Zweiten Weltkrieg spielt, thematisch zur Interkulturellen Woche? In meinem Roman geht es um Ausgrenzung, es geht um Verfolgung, um Antisemitismus. Und in meinen Lesungen rede ich mit Kindern auch genau darüber: über Rassismus und Antisemitismus – und wohin er führen kann. Ich finde es wichtig, dass Kinder heute um die Geschichte wissen. Um sensibel reagieren zu können. Um aus der Geschichte zu lernen.

Es waren drei lange und intensive Lesungen, die ich an einer Realschule und einer Gesamtschule in Essen-Frohnhausen und Essen-Altendorf hatte: Einmal waren es Siebtklässlerinnen und Siebtklässler, einmal waren es sechste Klassen, vor denen ich gelesen und erzählt habe. Und mit denen ich gemeinsam die wahre Geschichte rund um die Lehrerin Else Hirsch ins „Jetzt“ geholt habe.

Vielen Dank an die Integrationsagentur der Essener Diakonie in Frohnhausen und an den „Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur“ in Essen für die Organisation und Finanzierung der Veranstaltungen – und natürlich an die Kinder für ihre vielen Fragen und für die lebhafte Teilnahme.

Foto: Andrea Behnke

Buchmesse 2022

Es ist drei Jahre her, dass ich das letzte Mal auf der Frankfurter Buchmesse war: 2019 war die letzte „normale“ Messe vor der Corona-Pandemie.

Das Schönste an meinen zwei Messetagen waren die Begegnungen, die endlich wieder „live und in Farbe“ sein konnten. So praktisch Zoom auch ist: Für mich ersetzt es nicht die echten Kontakte. So habe ich etliche „meiner“ Verlage gesprochen sowie neue Kontakte geschlossen. Und natürlich Kolleginnen und Kollegen getroffen: Dabei gab es auch Herzhüpf-Momente. Manchmal waren es geplante längere Gespräche – manchmal auch ganz zufällige Begegnungen. Dieser (zuweilen auch sehr ehrliche) Austausch ist wichtig.

Weiterlesen

Lesung im Teehaus

Letzte Woche hatte ich eine Abend-Lesung aus „Die Verknöpften“ in dem schönen Teehaus in Bochum-Gerthe. Zu Gast waren Seniorinnen und Senioren, was ich sehr spannend fand. Sie empfanden das Buch nicht als Kinderbuch – sondern als „All Age“-Buch, wie man es heute nennt. Als Geschichte über die Shoah mit Kinderaugen, erzählt aus Kindersicht.

Das lange Gespräch nach der Lesung war sehr bereichernd. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Seniorenbüro Bochum-Nord und der Evangelischen Gemeinde Gerthe – vielen Dank dafür.

P.S.: Ausgeschrieben war die Lesung für Großeltern und ihre Enkelkinder. Dieses Konzept finde ich gerade bei dem Buch „Die Verknöpften“ sehr spannend. Vielleicht findet sich ein Veranstalter, der Lust hat, diese Idee umzusetzen. Das würde mich freuen.

Foto: Andrea Behnke