#behindeverybook

Heute ist der Welttag des Buches – ausgerufen von der UNESCO. Seit 1995 ist dieser Tag des Festtag des Lesens, der Bücher und der Rechte der Autorinnen und Autoren.

Denn hinter jedem Buch steht eine Autorin oder ein Autor (und oft auch eine Illustratorin oder ein Illustrator bzw. eine Übersetzerin oder ein Übersetzer).

Kulturstrolche in Wattenscheid

Kurz vor den Osterferien war ich in einer zweiten Klasse der Gertrudis-Grundschule in Wattenscheid – über das Programm Kulturstrolche in Bochum. Das Projekt „Kulturstrolche“ wird von dem Kultursekretariat NRW Gütersloh und dem NRW KULTURsekretariats getragen und wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gefördert.

Mein Angebot im Rahmen dieses Projektes: eine Lesung plus ein Schnupper-Schreibworkshop im Anschluss. Dieses Mal hatte ich mein Bilderbuch „Was ist nur mit Opa los?“ (Südpol Verlag) dabei. Das ist ein optimales Buch für Lesungen in der 1. und 2. Klasse: Ich kann viele Bilder zeigen, aber es gibt mehr Text als bei anderen Bilderbüchern – und auch der Inhalt ist prima für dieses Alter. Diese Lesung ist mit vielen Tönen und Klängen und Stimmen … und es gibt immer tolle Gespräche mit den Kindern über die Rattenfamilie und ihre Sorgen.

Nach einer kleinen Pause konnten dann die Kinder selbst fabulieren. Sie erfanden eigene Charaktere, erfanden Geschichten von alten Turnschuhen und magischen Ketten, erzählten von ihrer Familie oder dichteten das Leben von Batman und anderen bekannten Figuren weiter, sie schrieben Lyrik, erstellten Collagen mit Bildern und Worten … Ja, auch Zweitklässler/innen können Geschichten und Gedichte schreiben. Die zwei Schulstunden haben vielen gar nicht ausgereicht, sie wollten weitermachen: zu Hause und am kommenden Tag in der Schule.

Fotos: Andrea Behnke

Lesungen gehen wieder los

Nachdem mir im Februar alle Lesungen „vor die Füße“ gefallen sind – wegen positiver PCR-Pool-Tests in den Klassen, in denen ich lesen sollte -, ging es kurz vor den Osterferien endlich wieder los. Den Auftakt machte eine Lesung samt Workshop für die Kulturstrolche Bochum (darüber berichte ich noch gesondert).

Und dann ging es ins Sauerland, wo ich gleich zwei Tage an einer Grundschule in Wenden war. Dort war das Motto: 2 Tage – 3 Bücher – 4 Lesungen. Im Gepäck hatte ich für die 1. und 2. Klassen mein Bilderbuch „Was ist nur mit Opa los?“ (Südpol Verlag), für die 3. Klassen den Zeitreiseroman „Den Bauch voller Töne“ (Edition Pastorplatz) und für die 4. Klassen den Roman „Flaschenpost in Sütterlin“ (Hase und Igel Verlag), in dem es um Flucht und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg geht. Es war eine schöne Zeit an der Schule.

Nach den Ferien fahre ich direkt noch einmal nach Wenden – gleiches Programm, andere Grundschule. Und ab Mai folgen dann etliche weitere Lesungen, vor allem aus „Die Verknöpften“ (Ariella Verlag) und „Frieda und das Glück der kleinen Dinge“ (Südpol Verlag). Ich freue mich auf die Begegnungen!

Foto: Andrea Behnke

Exkursionen – ein Buch

Im August habe ich auf dem Festival „Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen“ gelesen, das von der Evangelischen Stadtakademie Bochum organisiert und von der LWL Kulturstiftung finanziert wurde. In acht Veranstaltungen wurde an die vergessenen Orte jüdischer Geschichte erinnert.

Ich war in Gronau-Epe zu Gast, dem Geburtsort von Erich Mendel, der auch in meinem Roman „Die Verknöpften“ eine Rolle spielt. Er war in den 30er Jahren der Kantor der Jüdischen Gemeinde in Bochum und der Rektor der Jüdischen Schule, um die es in meinem Buch geht. Es war ein wunderbarer Tag in Epe: Neben meiner Lesung gab es ein Konzert sowie eine Stadtführung, auf den Spuren des einstigen jüdischen Lebens in dem Ort. Das alte Synagogengebäude in Epe, das in der Pogromnacht zerstört wurde, soll zu einem Ort der Erinnerung, Begegnung und Bildung werden.

Jetzt ist ein Buch zu dieser Kulturreihe erschienen, herausgegeben vom Organisator des Festivals, Dr. Manfred Keller. In dem Buch gibt es nicht nur eine Rückschau auf die Veranstaltungen (u.a. auch einen Ausschnitt aus meinem Buch), sondern auch einen Blick in die Geschichte des westfälischen Landjudentums. Verbunden mit der Frage: Was passiert mit dem jüdischen Kulturerbe? Dass das Buch die Farben blau-gelb hat und der Erstverkaufstag an jenem ersten Kriegstag in der Ukraine war, ist Zufall. Und dennoch auch ein Zeichen.

Manfred Keller (Hrsg.)
Exkursionen ins jüdische Westfalen
Musik und Kultur in westfälischen Landsynagogen
Verlag Hentrich Hentrich 2022

Kartenset zum autobiografischen Schreiben

Belegexemplare: Vor ein paar Tagen kam jedoch kein Buch, sondern ein Kartenset. „Das eigene Leben schreiben. Mit 52 Schreibimpulsen durch das Jahr“ heißt es. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an mein Buch „Mein Leben als Torte“, das ich vor etlichen Jahren geschrieben habe – das hat der damalige Verlag nicht mehr nachgedruckt. Umso mehr freue ich mich, dass der Beltz Juventa-Verlag meiner Idee ein neues Gewand gegeben und aus den Schreibimpulsen dieses tolle Kartenset gemacht hat.

Vor allem richtet sich das Set an Multiplikator/innen, zum Beispiel Menschen in sozialen und therapeutischen Berufen, Schreibgruppenleitungen, Leitungen von Selbsthilfegruppen … Die Karten haben jeweils zwei Seiten: Auf der einen Seite gibt es eine Schreibinspiration rund ums eigene Leben – auf der anderen Seite findet sich ein Tipp, um in den Schreibfluss zu kommen. Außerdem habe ich ein Booklet geschrieben, in dem sich viele Anregungen finden, wie man mit den Karten arbeiten kann.

Andrea Behnke
Das eigene Leben schreiben
Mit 52 Schreibimpulsen durch das Jahr
Beltz Juventa 2022

Foto: Andrea Behnke

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