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Manege frei für Rodeo

Mein Osterbilderbuch ist da! Endlich ist Weihnachten weit genug weg und ich darf Rodeo zeigen. Das Wetter ist zwar nicht frühlingshaft, aber vor dem Schnee kommt das farbenfrohe Buch doch gut zur Geltung, oder?

Rodeo ist ein Osterhase – doch lieber wäre er Zirkushase. Denn direkt vor seinem Arbeitsplatz steht ein Zirkuszelt. Alle Tiere dürfen Kunststücke proben. Nur er muss malen. Darauf hat er gar keine Lust. Doch Rodeo ist kein Akrobat. Und was kann er schon, außer Eier zu verschönern? Manchmal kommt es anders, als man denkt. Vor allem, wenn man sich mit einem Hamstermädchen anfreundet. Eine Geschichte über Sehnsüchte, Freundschaft, eigene Talente und das Voneinanderlernen.

Nina Hammerle hat das Buch wunderbar bebildert. Gerade konnte ich die Belegexemplare auspacken und freue mich. Erschienen ist das Buch bei Kizz im Herder Verlag. Hier kann man hineinblättern.

Andrea Behnke / Nina Hammerle
Ein Hase will zum Zirkus
Kizz 2019

Foto: Andrea Behnke

Flaschenpost

„Flaschenpost in Sütterlin“ – so heißt mein neues Kinderbuch, das bei Hase und Igel erschienen ist. Es richtet sich an Kinder ab 9 Jahren und ist gerade auch als Schullektüre gedacht.

In dem Roman findet Evi, die gerade erst an die Ostsee gezogen ist und ihr altes Zuhause vermisst, eine Flaschenpost aus dem Jahr 1947. Darin schreibt Irmgard in Sütterlin an ihre Freundin Elli, die sie auf der Flucht aus Ostpreußen aus den Augen verloren hat. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Lina und Jonathan spürt Evi die Absenderin der Flaschenpost auf. Nach und nach werden die zwei Biografien – Evis und Irmgards – verwoben.

Die „Flaschenpost“ gab es zunächst als Kurzgeschichte, die im SWR als Klappstuhllesung inszeniert wurde. Das Thema ließ mich jedoch nicht mehr los. Denn die Geschichte von Irmgard beinhaltet ein Stück Familiengeschichte. Auch meine Oma war eine von rund 14 Millionen Deutschen, die Ende 1944 /45 ihre Heimat verlassen musste. Sie kam aus Schlesien.

Geschichte einer Flucht

Also kam mir die Idee, die Geschichte über die damalige Flucht und Vertreibung weiterzurecherchieren und weiterzuschreiben, es kam ganz viel hinzu: weitere Kinder, ein Uropa, viele Ereignisse und viele, viele Seiten, die ich geschrieben habe.

Meine Oma hat, anders als Irmgard in dem Buch, nie etwas erzählt von der Flucht. Sie schien eine Kammer in ihrem Herzen zu haben, in der die Erlebnisse fest verschlossen waren. Diese Kammer wollte sie nicht mehr öffnen. So hat sie ihre Erfahrungen mit ins Grab genommen.

Ein bisschen war es so, als ob ich beim Schreiben auf den Spuren meiner Oma wandelte. Ob es meiner Oma tatsächlich wie Irmgard ergangen ist, werde ich leider nicht mehr erfahren. Ich hätte so viele Fragen an sie, die ich nicht gestellt habe.

Andrea Behnke
Flaschenpost in Sütterlin
Hase und Igel, 2019

Das Titelbild und die Innenillus sind von Petra Dorkenwald.

Mehr zu dem Buch gibt es auf der Verlagsseite.

Foto: Andrea Behnke

25 Jahre Bochum

Fast hätte ich es vergessen: Ich wohne seit 25 Jahren in Bochum. Das ist länger, als ich je in einer anderen Stadt gewohnt habe. Länger als mein halbes Leben – und derzeit sieht es nicht so aus, als ob ich Bochum in naher Zukunft verlasse.

Bochum ist also keine Durchreisestadt für mich, sondern – bei allem zwiegespaltenen Blick – so etwas wie Heimat. Ich bin ein Ruhrgebietskind, ich mag die Mischung aus (Industrie-)Kultur und Natur. Ich mag die Vielfalt, die es hier nicht erst seit ein paar Jahren gibt.

Ich sehe natürlich auch die Probleme, mit denen das Ruhrgebiet samt Bochum nicht erst zu kämpfen hat, seit die letzte Zeche stillgelegt wurde. Ich kann mich immer mal wieder über Politik aufregen …

Doch ich merke auch den kreativen Wind, der hier weht, sehe Menschen, die anpacken. Die sich engagieren. Die ihren Mund aufmachen. Die mehr sind als das Klischee von „wat“ und „dat“, über das ich mich immer wieder ärgere …

Ja, Bochum, ich liebe dich nicht. Aber ich kann dich ganz gut leiden.

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