Medien und AfD

Schon seit geraumer Zeit frage ich mich: Wie sollten Medien mit der AfD umgehen? Vorab: Eine Antwort habe ich nicht. Doch ich habe ein paar Gedanken dazu.

AugeIch bin der Meinung, dass man die AfD nicht totschweigen kann und darf. Davon würde sie nicht verschwinden. Doch wie viel Plattform sollte man ihr geben? Da sind die einen, die meinen: Die AfD entlarvt sich bei jedem TV-Auftritt selbst, in jedem Interview, das irgendwo gedruckt wird, zeigt sie ihr wahres Gesicht. Das mag sein. Doch gilt das wahrscheinlich nur für jenes Publikum oder jene Leserschaft, die die AfD sowieso nicht wählen würde. Diese Menschen tauschen sich dann via Social Media aus und empören sich. Doch verlässt man dann seine eigene Filterblase und gibt einfach mal den Hashtag einer Sendung mit AfD-Beteiligung ein, trifft man ebenso auf jene, die applaudieren.

Zwei Gefahren sehe ich: Es ist mittlerweile so, dass der AfD eine Art Expertenstatus bei Fragen rund um Flüchtlinge und Integration zugesprochen wird. Denn keine TV-Talkshow zu diesen Themen ohne AfD-Beteiligung. Zu anderen Themen hingegen sieht und hört man die Partei nur selten. Somit wirkt es so, dass man an dieser Partei mit ihren entsetzlichen Parolen zum Thema Flucht nicht vorbeikommt. Ist dieser Eindruck von den Fernsehmacherinnen und -machern einkalkuliert oder gar gewünscht?

Und dann: Jeder Satz, den ein AfD-Funktionär fallenlässt, wird sofort von allen großen Medien aufgenommen. Auch hier wieder: Die Medaille hat zwei Seiten. Zum einen jene, dass es wichtig ist, diese oft rassistischen Aussagen öffentlich zu machen. Zum anderen habe ich jedoch das Gefühl, dass genau das zum Programm dieser Partei gehört. Sie baut darauf, durch Provokationen, durch Ausfälle Öffentlichkeit zu bekommen. Das ist fast schon eine Art Pressearbeit. Nach dem Mediensturm rudert man zurück: Da ist dann halt  der Finger von der Maus gerutscht. Oder als Nicht-Fußballerkenner kann man doch gar nichts über Boateng gesagt haben. Was gewiss ist: Die AfD hat so wieder Sendeminuten und Aufmerksamkeit gewonnen.

Das Thema ist und bleibt ein schwieriges. Wir müssen ein Auge darauf haben. Was meint ihr: Sind es die Medien, die diese Partei wachsen lassen?

Buch für Deutschlernende

„So einfach funktioniert Deutschland“ heißt eine neue Reihe, die der Bildungsverlag Eins herausgibt. Sie richtet sich vor allem an internationale Vorbereitungsklassen, eignet sich aber auch für andere Deutschkurse.

So-einfach-CoverDer erste Band ist Anfang des Jahres erschienen (geschrieben von Günter Hempel). Den zweiten Band durfte ich schreiben: Das Buch zu Leben und Alltag ist soeben erschienen.

38 Themen habe ich recherchiert und in einfacher Sprache aufbereitet: Themen rund um Bildung, Behörden,  Gesundheit, Einkaufen, Wohnen, Freizeit, Verkehr, Rechte und Pflichten und vieles mehr. Dabei habe ich selbst noch viel gelernt und gemerkt, wie viel auf Menschen, die neu in unserem Land sind, einprasselt.

Mehr zu dem Titel gibt es hier – samt Probeseiten.

Lissa

Darf ich vorstellen: Lissa, die Fuchshexe. Sie tanzt in einem Buch herum, das ich schreiben durfte.

hexe-lissa_zaubertrank_titelFür den Kinder-Medienverlag arbeite ich schon lange. Bisher habe ich immer Ausmal-Comics konzipiert und geschrieben: zu Themen wie Flucht, Diabetes oder Wald zum Beispiel.

Jetzt kam der Verlag mit einer neuen Idee auf mich zu: Ein Illustrator hat dem Verlagsleiter ein Bilderbuch geschickt, mit tollen Zeichnungen und einer Geschichtenidee, die der Verlag gerne realisieren würde. Einzig: Der Text müsse ganz neu geschrieben werden.

Also habe ich zu den Bildern von Johannes Karpp und seinen Einfällen getextet. Das war für mich eine neue Erfahrung, denn normalerweise zeichnen Illustratorinnen und Illustratoren zu meinen Texten. Dieses Mal war es andersherum – und es hat großen Spaß gemacht.

Herausgekommen ist ein Buch über Zauberei und den Zauber der Freundschaft. Hier kann man sich ein paar Seiten von „Lissa. Der geheimnisvolle Zaubertrank“ anschauen. Es ist übrigens meine erste Hexengeschichte – Lissa hat mich be- und verzaubert. Weitere Bände sollen folgen.

Muttertag …

Liebe Werberinnen und Werber,

ich bin kein Fan vom Muttertag – und auch kein Fan vom Vatertag. Dennoch verstehe ich es, wenn Kinder ihren Eltern etwas basteln möchten oder ihnen einen bunten Strauß oder etwas Süßes schenken. Große Geschenke finde ich zu diesem Anlass übertrieben. Ich mag diese Kommerzialisierung nicht.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

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Klappstuhllesung

Inzwischen wurden einige meiner Geschichten für Kinder vom SWR2 für die Sendung Spielraum vertont. Das passiert jetzt wieder – aber dieses Mal ist es dennoch etwas Besonderes.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Meine Geschichte „Die Flaschenpost“ wird nämlich eine Klappstuhllesung. Das ist ein sehr schönes Format der Sendung SWR Tandem: Irgendwo im Sendegebiet wird ein roter Klappstuhl aufgestellt, darauf nimmt ein Schauspielschüler oder eine Schauspielschülerin Platz und liest … eine Geschichte. Oft eine für Erwachsene, manchmal eine für Kinder. Weiterlesen >>>

Johanns bunte Welt

Pünktlich zu Ostern lief meine neue Hörgeschichte im SWR 2, in der Sendung Spielraum. Bunt wie ein Osterei ist diese Geschichte allemal. Sie heißt „Johanns bunte Welt“.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Darin geht es um Johann, der eigentlich lieber Jimmy heißen würde – so wie Jimmy Hendrix, sein Idol. Für Johann hat jedes Wort, jede Zahl eine Farbe. Und er kann Töne sehen. Fachleute nennen das Synästhesie, seine Klassenkameraden finden es eher seltsam.

Bis zu dem Tag, an dem ein Musikprojekt für einen Wettbewerb auf dem Stundenplan steht. Johann soll mit der farblosen Luise zusammenarbeiten. Erst ist er genervt, doch dann erlebt er die Welt der Töne und Farbe und ganz neu.

Gelesen hat das Stück Philipp Alfons Heitmann. Die Geschichte kann man noch online nachhören.

Was mit den Händen …

Bei vielen Kolleginnen und Freundinnen beobachte ich, dass sie wieder „mehr mit den Händen“ machen. Papier falten, Nähen, Stricken, Häkeln, Lettering, Zeichnen, Schmuck herstellen: Immer mehr nutzen ihre freie Zeit kreativ – oder nehmen sich Zeit, um kreativ zu sein. Bei manchen entsteht sogar ein Geschäft daraus.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Hand-Arbeit, im wahrsten Sinne des Wortes, gehört für mich schon immer dazu. Meine Mutter hat mir sehr früh häkeln und stricken beigebracht. Mit 12 klapperte ich unter dem Schulpult mit den Nadeln und hatte einen „Strickclub“ mit Freundinnen. Ich strickte Norwegerpullis und komplizierte Muster. Später ruhten die Nadeln ein wenig, statt dessen zeichnete ich, modellierte, fädelte, nähte, filzte. Vor einiger Zeit habe ich die Häkel- und Stricknadeln wieder hervorgekramt und baue seitdem meinen Wollberg ab, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Weiterlesen >>>