Neuer Band für Deutschlernende

Im letzten Jahr habe ich meinen ersten Band der Reihe „So einfach funktioniert Deutschland“ geschrieben, jetzt ist ein zweiter Band dieser Reihe erschienen. Während es damals um Alltag in Deutschland ging, dreht es sich dieses Mal um Ausbildung und Beruf.

Im Mittelpunkt stehen fünf Kapitel:
Berufsbildung, Berufseinstieg, Arbeitssuche, Behörden / Bürokratie und Berufstätigkeit.

In jedem Kapitel finden die Lernenden zahlreiche Informationen in einfacher Sprache. Dieser Band wurde in Kooperation mit dem Langenscheidt-Verlag erstellt: Somit gibt es Übersetzungen der zentralen Begriffe und Erklärungen in die Sprachen Englisch, Französisch, Hocharabisch und Farsi. Im Anhang finden die Lernenden zudem zahlreiche Redewendungen aus dem Arbeitsleben.

Das Lehrwerk kann sowohl im Sprachunterricht der internationalen Klassen als auch in der Ausbildungsvorbereitung eingesetzt werden.

Andrea Behnke
So einfach funktioniert Deutschland – Band 3: Ausbildung und Beruf
Bildungsverlag 1 / Langenscheidt, Köln / München 2017

Rattenopas Rettung

Eine neue Hörgeschichte von mir im SWR2: „Rattenopas Rettung“ heißt sie. Und sie liegt mir sehr am Herzen.

Normalerweise schreibe ich gerne realistische Geschichten. Also Geschichten, die in der „Menschenwelt“ spielen. Aber der Rattenopa hat sich einfach eingeschlichen. So ist es manchmal mit Figuren: Man ahnt noch nichts von ihnen, und dann sind sie plötzlich da. So war es eben auch mit dieser Ratte. Sofort hatte ich eine Kellerwelt vor Augen. Und den Opa, der alt ist und der sich überflüssig fühlt. Und die Familie, die nicht zulassen will, dass Rattenopa sich hängenlässt. Herausgekommen ist eine Geschichte, die das Thema Altern mit Witz angeht – der Rattenkosmos bietet genau dafür den Raum. Nebenbei habe ich viel über Ratten erfahren, denn ich musste einiges recherchieren.

Ich freue mich, dass der SWR die Geschichte mit Doris Wolter als Sprecherin für die Sendung Spielraum vertont hat. Vielleicht hört ihr morgen einmal rein? Um 18.40 Uhr wird sie gesendet.

… und hier kann man die Geschichten jetzt auch online nachhören.

Foto: Andrea Behnke

Autoren helfen

Kennt ihr schon die Initiative „Autoren helfen“? Das ist eine Aktion deutschsprachiger Autorinnen und Autoren, die sich für soziale Zwecke engagieren wollen. Ich bin auch dabei.

Fünf Autorinnen haben die Initiative gegründet. Immer mehr Autorinnen und Autoren machen mit. Dabei geht es zum einen darum, Geld zu sammeln für soziale Projekte – derzeit vor allem für die Flüchtlingshilfe. Zum anderen setzen die Unterstützerinnen und Unterstützer ein Zeichen gegen Rassismus, sie erheben ihre Stimme. Auf der Plattform www.autorenhelfen.org findet man zudem immer wieder Infos zu kreativen Ideen, wie Autorinnen und Autoren helfen und Integration leben.

Ein Standbein der Initiative ist die Aktion „Bücher statt Boote“. Dabei spenden die Schriftstellerinnen und Schriftsteller oder Verlage signierte Bücher, die versteigert werden. Das Geld kommt den „Flüchtlingspaten Syrien“ zugute. Wichtig: Die Gelder der anderen Projekte werden über betterplace.org direkt verteilt und werden für unbürokratische und direkte Hilfe eingesetzt.

Mein neues Buch „Erzähl doch mal“ ist schon auf Reisen zu einer Frau, die es gerne haben möchte. Andere Bücher von mir werden demnächst eingestellt.

Also: Bitte unbedingt auf der Plattform vorbeischauen. Lesen und helfen ist doch eine gute Sache, oder?

 

Frauenbilder

Eine Dreiviertelstunde in der Stadt. Eben etwas Bestelltes abholen und ein Brötchen essen. Zuvor habe ich im Internet ganz viel zum Internationalen Frauentag gelesen. Genickt, den Kopf geschüttelt, mich gefreut und gewundert. Und jetzt, draußen, unter Menschen, Frauen.

Da es gießt, fahre ich ins Parkhaus. Oben sind direkt die Frauenparkplätze. Kürzlich fragte mich mein Kind, warum es Parkplätze für Frauen gibt. Und gab sich die Antwort selbst: „Frauen sind zwar auch stark und können sich wehren, aber manchmal eben auch nicht.“ Jetzt sehe ich ein Auto, das einparkt – und zwar so, dass zwei Parkplätze besetzt sind. Ich fahre ein Stück zurück und bedeute dem Menschen am Steuer, noch einmal auszuparken, damit wenigstens mein kleines Auto noch einen Platz bekommt.

Als ich neben dem Wagen zum Stehen komme, sehe ich: Am Steuer sitzt ein Mann. Ich kurbele die Scheibe herunter und blicke in ein verärgertes Gesicht. „Das sind Frauenparkplätze“, sage ich ruhig. Der Mann schnaubt wütend und faucht: „Wenn Sie nicht einparken können, ist das nicht mein Problem.“ Da öffnet sich die Beifahrertür und eine Frau steigt aus. „Außerdem habe ich meine Frau dabei“, sagt der Mann. Die Frau guckt zu Boden und sagt nichts.

Aufgetaucht aus der Tiefgarage, schnell durch den Regen. Auf der Fußgängerzone zanken sich ein Mann und eine Frau. Der Mann packt die Frau und ruft: „Du kommst mit.“ Die Frau wehrt sich und schüttelt mit dem Kopf. Er versucht, sie vor sich herzuschieben. Viele Frauen bleiben unter den Vordächern der Geschäfte stehen und gucken. Eine Frau zückt ihr Handy. Gerade als ich zu dem Paar gehen möchte, sagt der Mann: „Jetzt hole ich die Polizei.“ „Aber es war doch nur eine Hose“, sagt die Frau. „Eine Hose reicht“, meint der Mann. Da geht die Frau freiwillig mit in das Bekleidungsgeschäft. Unter ihrer Jacke zieht sie eine Jeans hervor.

Im Bäckercafé sitze ich zwei Tische entfernt von einer älteren Frau. Sie isst ein helles Brötchen mit Ei und redet die ganze Zeit. Mit sich selbst. Ihr Gemurmel erfüllt den Raum. Es tut mir in den Ohren weh. Da kommen zwei junge Frauen in langen Röcken ins Café, mit leidender Stimme fangen sie an zu betteln. Bevor sie an meinem Tisch angekommen sind, schiebt der Besitzer der Bäckerei sie wieder vor die Tür. „Was werden da ihre Chefs sagen“, fährt es mir durch den Kopf. Klischee oder Wahrheit, ich weiß es nicht.

Zurück im Parkhaus. Das Auto mit dem Ehepaar steht nicht mehr neben meinem. Automatisch gehe ich einmal um mein Auto herum. Alles in Ordnung. Ganz kurz hatte ich so ein komisches Gefühl …

Foto: Andrea Behnke