Le Havre

Als Ruhrgebietskind mag ich oft Städte, die nicht nur malerisch sind. Daher hat es mir Le Havre in der Normandie sehr angetan: eine Stadt, die im Zweiten Weltkrieg sehr zerbombt war und in den 50er-Jahren neu aufgebaut wurde. Eine Hafenstadt. Eine Stadt, die bunt ist und viel Kultur bietet. Und Meer, natürlich.

Fotos: Andrea Behnke

Normandie

Eigentlich bin ich eher anglophil veranlagt. In Großbritannien war ich schon sehr oft – in diesem Jahr haben wir uns jedoch die Normandie als Reiseziel herausgesucht. Dank der netten Menschen dort kamen wir auch mit mickrigem Schulfranzösisch, das reichtlich verschüttet war, klar. Die Natur ist einfach unglaublich – ein klarer Reisetipp für Menschen, die gerne wandern. In Angesicht mit den riesigen Klippen kam ich mir sehr winzig vor. So ein Blick rückt manches wieder an die richtige Stelle. Hier kommen ein paar Eindrücke der Natur in Bildern.

Fotos: Andrea Behnke

Theater-Trinken

Mittwochs und samstags bekommen wir den Stadtspiegel, ein Anzeigenblatt. Auf Seite 1 findet sich immer eine kleine Glosse. Dieses Mal äußert sich eine Autorin darüber, dass sie im Theater immer husten muss. Daher lutscht sie Hustenbonbons während der Vorstellung. Doch „gesünder wäre es matürlich, einfach Wasser zu trinken.“ Sie bedauert: „Ist im Zuschauerraum aber leider verboten.“ Und findet es gut, dass es ein alternatives Theater in Bochum gibt, in dem genau das erlaubt ist.

Das erinnert mich an ein Puppentheater, in das wir früher öfter mit dem Kind gingen. Dort packten die Eltern kurz nach der Beginn der Vorstellung Tupperdosen aus. Zum Vorschein kamen kleine Würstchen und natürlich trockene Dinkelstangen. Die Sigg-Flaschen zischten, es gab Getöse, wenn ein Stück Reiswaffel auf den Boden fiel. Denn Reiswaffeln durften natürlich auch nicht fehlen. Puppentheater-Picknick par excellence.

Und jetzt wünscht sich die Stadtspiegel-Journalistin Kinoflair im Schauspielhaus? Ich mag dieses Geknusper und die Gerüche schon beim Filmegucken nicht. Aber auf der Theaterbühne stehen echte Menschen. Die sich konzentrieren. Die alles geben, damit wir in andere Welten entführt werden. In Welten, die auf der Bühne entstehen und nicht bei der Sitznachbarin, die den Rest Wasser mit dem Strohhalm aus der Flasche schlürft.

Für mich bedeutet es Wertschätzung für die Menschen auf der Bühne, dass ich mich eine Stunde, zwei oder drei Stunden nur ihnen widme. Und bevor jemand verdurstet, gibt es ja auch meistens eine Pause.

Foto: Andrea Behnke

Das Foto habe ich in Scharbeutz beim Kleinkunstfestival „Künstler und Meer“ gemacht.
Das wiederum fand draußen statt – mit erlaubten Getränken.