Uni-Veranstaltung

Ich habe mich sehr gefreut: Anfang Dezember war ich nämlich zu Gast an der Ruhr-Universität Bochum. Ich durfte im Rahmen der Reihe „History Revisited“ im Fachbereich Geschichte vor Masterstudierenden sowie Referendarinnen, Referendaren und Lehrkräften referieren und aus meinen Büchern lesen. Die Teilnehmenden waren vor Ort in der Uni und am heimischen Rechner, da das Kolloquium hybrid angelegt war.

„Historisches Lernen mit Literatur? Geschichtliche Romane und Biografien im Geschichtsunterricht“ lautete der Titel meiner Veranstaltung. Im Gepäck hatte ich meine Bücher rund um die NS-Zeit: „Bahnhof Nord“, „Die Verknöpften“, „Flaschenpost in Sütterlin“ sowie die beiden Zeitzeuginnen-Bücher „Der Duft von Apfelkuchen“ und „Der Tag, an dem die Blumen die Farbe verloren“, die ich im Auftrag von Gedenkorten geschrieben habe.

Ich erzählte unter anderem von meinen Erfahrungen mit Lesungen und Schreibwerkstätten an Schulen und hielt ein kleines Plädoyer, warum es sich lohnt, auch im Geschichtsunterricht mit Literatur zu arbeiten. Im Anschluss wurde diskutiert, was auch für mich sehr spannend und inspirierend war.

Foto: Andrea Behnke

Lesungs-Herbst

Im Herbst sind immer viele Lesungen, so war es auch in diesem Jahr. Über die einzelnen Lesungen berichte ich meistens bei Instagram. Ich war an vielen Schulen und habe in Büchereien gelesen.

So war ich zum Beispiel bei Lesungen im Rahmen der Interkulturellen Woche und beim Vorlesetag. Auch das Heimspiel fand zum zweiten Mal statt: Hier waren in einer Woche im November 40 Kolleginnen und Kollegen aus dem Ruhrgebiet in Dortmund, Bochum, Essen, Oberhausen und Gladbeck zu Lesungen unterwegs – organisiert vom Literaturbüro.

Ein Highlight war zudem ein Projekt der Stadtteilbücherei Altenessen: Hier durfte an zwei Tagen mit zwei vierten Klassen zum Buch „Der Duft von Apfelkuchen“ arbeiten. Vor jeder Klasse gab es eine Lesung, und danach haben wir zusammen geschrieben. Ermöglicht wurde das Projekt durch das Programm „Demokratie Leben“.

Foto: Andrea Behnke

Buchmesse 2025

Ein langer Tag: Gestern bin ich morgens ganz früh nach Frankfurt zur Messe gefahren – und dank der Deutschen Bahn war ich abends erst richtig spät wieder daheim. Es war ein voller Tag: Morgens habe ich meine Verlage besucht, am Nachmittag Kolleginnen getroffen, Messeluft geschnuppert und mich in Veranstaltungen gesetzt.

Worüber ich mich gefreut habe: dass meine Bücher an den Verlagsständen ausgestellt waren. „Die Verknöpften“ beim Verlag Monika Fuchs – das war das erste „Live-und-in-echt“-Treffen, das ich mit der Verlegerin hatte. Dann „Der Duft von Apfelkuchen“ beim Verlag Hentrich & Hentrich, meine Neuerscheinung „Bahnhof Nord“ beim Klartext-Verlag und „Frieda und das Glück der kleinen Dinge“ (schon lange auf dem Markt) beim Südpol-Verlag. Es waren allesamt wertschätzende und inspirierende Verlagsbegegnungen.

Messe-Melancholie

Auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage (und auch an anderen Orten) habe ich spannende Lesungen und Podiumsgespräche gehört. Das waren für mich erholsame und anregende Oasen, denn ansonsten war ich ein bisschen nachdenklich gestimmt und muss auch heute noch meine Gedanken sortieren.

Mein Gefühl ist, dass gerade die Kinderbuch-Messehalle, die früher immer eng gestellt war, sehr luftig daherkommt in diesem Jahr: weniger Verlage, somit auch weniger Verlagsvielfalt. Weniger kleine Verlage. Immer mehr Verlagszusammenschlüsse, kleine gehen in großen Häusern auf, bis die Marken verschwinden. Weniger Wagnisse. Umso froher bin ich über meine Buchzuhause (ja, diese Mehrzahl gibt es ;-).

Die gestrigen Treffen und Gespräche waren schön. Dennoch machte sich auch eine leichte Traurigkeit breit. Und das, obwohl ich gar nicht in der riesigen Romantasy-Halle war. Auch bei den Kolleginnen-Treffen wurde klar: Die Branche ändert sich. Wird noch schnelllebiger, alles konzentriert sich mehr. Die breiten Gänge auf der Messe waren da ein Sinnbild.

Foto: Andrea Behnke

Talenttage sind Demokratietage

Nächste Woche starten die Talenttage Ruhr – und ich freue mich, dass ich zum 4. Mal mit Lesungen dabei sein kann. In diesem Jahr gibt es eine Besonderheit: Die Talenttage haben einen Schwerpunkt im Bereich Demokratiebildung.

Daher werde ich zwei Doppellesungen an Schulen aus meinem Kinderroman „Die Verknöpften“ und eine Doppellesung aus „meinem Kinderroman Flaschenpost in Sütterlin“. Beide Bücher eignen sich nicht nur zur Leseförderung, sondern auch für die politische und historische Bildung. Und eben für die Demokratiepädagogik.

Außerdem wird es eine Doppellesung aus meinem Buch „Blütenschwestern“ geben – das ist inzwischen ein „Talenttage-Klassiker“. Denn in dem Kinderroman spielen nicht  Gefühle eine große Rolle, sondern auch Stärken, Wünsche und Leidenschaften.

Die Talenttage Ruhr sind eine jährliche Veranstaltungsreihe der Stiftung Talentmetropole für junge Menschen (von Kita-Kindern bis Jugendlichen), die sich in vielen Formaten ausprobieren können. Unter anderem gibt es auch Workshops – und eben Lesungen.

Ich bin schon gespannt auf die Begegnungen!

Fotos: Andrea Behnke

Buchpremiere

Ich bin noch immer ganz glücklich: Am Donnerstag Abend gab es etwas zu feiern – nämlich die Buchpremirere meiner Neuerscheinung „Bahnhof Nord“. Und zwar genau an dem Ort, an dem die 40 Episoden aus dem Buch spielen: im Gedenkort Nordbahnhof. Welch eine Ehre, an diesem geschichtsträchtigen Ort lesen zu können!

Das Foyer war voll – noch auf den Stufen saßen Zuhörerinnen und Zuhörer. Dirk Urbach, zweiter Vorsitzender der Initiative Nordbahnhof führte in die Veranstaltung ein: mit der Frage, was geschichtliche Literatur leisten kann. Die Verlegerin des Klartext-Verlags, Kathrin Butt, hielt ebenfalls eine Rede und interviewte mich in zwei Blöcken. Dazwischen las ich erstmals einige Geschichten aus dem Buch vor. Anschließend ergab sich ein inspirierender Austausch, im Plenum und beim Signieren in kleinen Gesprächen.

Es war so wertschätzend, so wunderbar organisiert, dass ich sehr beschwingt nach Hause gegangen bin. In Vorfreude, was mit dem Buch sonst noch so passiert. Danke an alle, die da waren und die den Abend zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben! Und lieben Dank an Birgit Ebbert für die Fotos (auf diesem Bild sieht man mich nicht mit Buch, sondern mit Flöte ;-).

Foto: Birgit Ebbert