1.000 Kraniche

Nicht nur Tauben, sondern auch Kraniche sind ein Zeichen für Frieden. Eine japanische Legende besagt, dass man einen Wunsch frei hat, wenn man 1.000 Kraniche gefaltet hat. Ein Mädchen namens Sadako Sasaki, das nach dem Abtombombenabwurf über Hieroshima an Leukämie erkrankt war, wollte im Krankenhaus 1.000 Kraniche falten. In jeden Kranich faltete sie den Wunsch hinein, wieder gesund zu werden. Sie ist gestorben. Doch ihre Freundinnen und Freunde falteten weiter gegen den Krieg. Und mit ihnen viele Menschen auf aller Welt.

Birgit Ebbert, Autorin und Faltkünstlerin aus Hagen, hat schon einmal 1.000 Papiere zu Kranichen verfaltet. Alleine! Und jetzt, von Mitte August bis Ende September, wurde ein Projekt daraus. In der Rathausgalerie, im KunstSchaufenster, hat sie eine Installation mit Kranichen gemacht. Dieses Mal hat sie die Kraniche nicht alleine zum Leben erweckt, sondern viele, viele Hagenerinnen und Hagener haben ihr geholfen. Sogar ganze Schulklassen haben gefaltet. Auch Menschen von außerhalb waren aktiv – ich habe zwei Kraniche beigesteuert. Gefaltet wurde aus Straßenkarten und Atlantenseiten.

Ich habe die Aktion verfolgt und bangte mit, ob die magische Zahl erreicht wird. Pünktlich zum Ende des Projektes hingen nicht nur 1.000 Vögel, sondern sogar knapp 1.500. Und da sie nur für kurze Zeit in der Galerie umherfliegen konnten, dachte ich, ich verlängere die Ausstellung hier im Blog noch ein wenig. Denn ich finde, der Raum mit dem Gemeinschaftswerk sah einfach gigantisch aus. Die Kraniche sind jetzt übrigens auf dem Weg nach Japan, nach Hiroshima. Dort werden sie Teil eines großen Denkmals für den Frieden.

Fotos: Birgit Ebbert

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