Lesungen für Erwachsene

Lesungen aus „Die Verknöpften“ für Erwachsene? Nachdem ich schon auf dem „Festival der Landsynagogen“ und bei der Ausstellungseröffnung des Fanprojekts Bochum vor Erwachsenen (und wenigen Jugendlichen) gelesen habe, trudelten jetzt noch einmal Anfragen ein – unter anderem für „Lesungen für Groß und Klein“. Doch gekommen waren fast ausschließlich Erwachsene.

Einmal habe ich für die Integrationsagentur ZIVA bei den Aktionswochen Antisemitismus an der Ruhr-Uni gelesen, und einmal im Rahmen „700 Jahre Bochum – 700 Frauen“, als Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule und des Referats für Gleichstellung der Stadt Bochum. Zu guter Letzt war ich noch auf der Demokratiekonferenz Bochum, wo ich vor Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Kinder- und Jugendarbeit in Bochum gelesen habe (danke, Kinder- und Jugendring Bochum, für die Einladung).

Und geht das? Ein Kinderbuch vor erwachsenem Publikum zu lesen? Ein großes „Ja“. Alle drei Lesungen haben mir gut gefallen – und den Zuhörenden auch. Denn mein Kinderroman ist zwar für Kinder ab 10, aber ebenso ist es eine Geschichte über den Nationalsozialismus und seine Auswirkungen aus Kindersicht. Genau das fanden viele Frauen und Männer, jüngere und ältere gleichermaßen, spannend. Dieser andere Blick auf die Zeit führe noch deutlicher vor Augen, wie sich der Alltag der Menschen, vor allem der jüdischen Menschen, verändert habe, meinte ein Gast.

Mir haben die Lesungen Freude gemacht. Und ich kann mir gut vorstellen, auch in anderen Kontexten vor Erwachsenen zu lesen.

Foto: Andrea Behnke

 

Buchtrailer

Ich freue mich: Im Sommer ist nämlich mein Kinderroman „Die Verknöpften“ ausgewählt worden für ein Projekt des Friedrich-Bödecker-Kreises im Land Berlin, gefördert durch den Deutschen Literaturfonds im Rahmen von Neustart Kultur.

Unter dem Titel „Wahr – wirklich – echt – Lesen und Schreiben in Echtzeit – Hybride Formate zur Literaturvermittlung“ wurden Teams aus jeweils einer Autorin, einem Autor und einer Künstlerin, einem Künstler gebildet, die gemeinsam kreativ werden sollten.

Glasdrucke digital

So kam ich mit Daniela Melzig (Atelier Transparente Welten) zusammen und war sofort sehr glücklich. Denn die Glasdrucke, mit denen Daniela arbeitet, passen hervorragend zu meinem Buch, finde ich. Ich wollte auf keinen Fall etwas Illustriertes, da Inbal Leitners Zeichnungen so schön sind. Da konnte ich mir keine zweite zeichnerische Ebene für das Buch vorstellen, die schon vorhandenen Bilder sprechen für sich.

Daniela und ich haben immer wieder telefoniert und gemailt – beide unter ziemlichem Veranstaltungs-Zeitdruck … – und haben uns auf das Experiment eingelassen. Sie hatte Ideen für das digitale Kunstelement – ich hatte Ideen. Und herausgekommen ist ein Trailer, der die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg emotional in Bild und Ton setzt. Diesen kleinen Film kann ich dann bald bei Lesungen einsetzen – online und offline. Ich freue mich über dieses Stück Medienkunst für meine Lesungen!

Foto: Andrea Behnke

„Die Verknöpften“ bei der Landeszentrale

Menschen aus NRW aufgepasst: Ich freue mich sehr, dass man meinen Kinderroman „Die Verknöpften“ auch bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW bestellen kann. Das Buch ist im Publikationsverzeichnis gelistet – es gibt einen Druck des Romans mit dem Logo der Landeszentrale. Da es nicht oft Kinderromane im Fundus der Landeszentrale gibt, ehrt mich das sehr.

Ein Blick auf die Publikationen der Landeszentrale lohnt sich immer, denn dort gibt es viele interessante Bücher, die man gegen einen Pauschalpreis bestellen kann.

Hier gibt es ein Themenspecial zu „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ – auch da ist mein Buch gelistet.

Foto: Andrea Behnke

 

700 Jahre – 700 Frauen

Schon lange schreibe ich für die Stadt Bochum, für die einstige Gleichstellungsstelle (jetzt Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion) Porträts über Bochumer Frauen, die in Bochum etwas bewegt haben oder bewegen. In der Reihe über historische Persönlichkeiten bin ich seinerzeit auch auf Else Hirsch gestoßen, die Lehrerin der Jüdischen Schule, die jetzt Vorbild für eine der Hauptfiguren in meinem Kinderroman „Die Verknöpften“ geworden ist.

Immer wieder durfte ich historische und zeitgenössische Frauen porträtieren, immer wieder habe ich Frauen „von heute“ interviewt. In diesem Jahr sind sechs neue Porträts auf der Homepage der Stadt Bochum veröffentlicht worden – anlässlich des 700-jährigen Stadtjubiläums. Darunter sind drei Bürgermeisterinnen, die Erste Vizepräsidentin des Landtags, eine Psychologin, die sich um den Kinderschutz verdient macht und eine Radio-Chefredakteurin.

Lesung

Jetzt gibt es sogar noch ein Poster mit 700 Namen bekannter Bochumer Frauen und Postkarten zu etlichen von ihnen. Auch Else Hirsch ist jetzt auf einer Postkarte.

Für mich besonders schön: Am 18. November lese ich anlässlich der „700 Frauen“ aus meinem Kinderroman „Die Verknöpften“, in der Volkshochschule um 17 Uhr. Hier gibt es mehr Informationen, auch zur nötigen Anmeldung.

Und hier kann man die Porträts lesen – die Porträts, die ich geschrieben habe, sind namentlich gekennzeichnet.

Fotos: Andrea Behnke

Fußball-Kulturtage

Die Fußball-Kulturtage der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW sind gerade zu Ende gegangen. Und ich freue mich, in diesem Jahr dabei gewesen zu sein. Auf Einladung des Fanprojektes Bochum hin hatte ich zwei Lesungen aus meinem Kinderroman „Die Verknöpften“: einmal bei der Eröffnung der Ausstellung „Unsere Heimat, unsere Liebe“ der Arbeitsgemeinschaft „1938, nur damit es jeder weiß“ im Luther Lab in Bochum-Langendreer und einmal in zwei 6. Klassen der Nelson-Mandela-Schule.

Ein Teil der Arbeit des Fanprojektes Bochum sind Projekte der Erinnerungskultur. In der Wanderausstellung, die gemeinsam mit jungen Bochumer Fußballfans erarbeitet wurde, geht es vor allem um Geschichte der Stadt Bochum zur Zeit des Nationalsozialismus sowie die Gründungsgeschichte des VfL Bochum.

Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei Erich Gottschalk: Er war Fußballer im jüdischen Fußballverein TuS Hakoah Bochum, der sich 1933 auf Druck der Nazis in „Schild Bochum“ umbenennen musste. Trotz der Ausgrenzung der Jüdinnen und Juden und der immer schlimmer werdenden Situation für jüdische Sportler gewann Schild die deutsche Meisterschaft 1937/38 – mit Erich Gottschalk als Kapitän.

Nach der Pogromnacht floh der Fußballer mit seiner Frau in die Niederlande, doch dann wurden sie in Westerbork interniert, wo ihre Tochter zur Welt kam. Die Familie wurde nach Auschwitz deportiert, Erich Gottschalk überlebte. Seine Frau und seine Tochter wurden ermordet.

Auch Else Hirsch, die als Ilse Hirschberg in meinen Kinderroman eingegangen ist, findet sich auf einer Ausstellungstafel. Und somit schließt sich auch der Kreis zu meinem Roman „Die Verknöpften“, aus dem ich gelesen habe. Mehr zu den Fußball-Kulturtagen und zu meinen Lesungen gibt es hier. Ich freue mich sehr über die beiden Veranstaltungen – und auch darüber, dass die Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt Bochum fortgesetzt wird. Mehr verrate ich ganz bald!

Fotos: Florian Kovatsch / Andrea Behnke

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