Minigolf

„Jetzt geh’ doch rein“
„Der geht nicht rein.“
„Und ob der rein geht!“
„Du musst doch nicht immer gewinnen!“
„Nur kein Neid – Ehre, wem Ehre gebührt.“
„Du bist richtig eklig, so von dir eingenommen…“
„Nur weil du so unsportlich bist!“
„Ich und unsportlich – dass ich nicht lache! Wer macht denn schon nach einer Runde Joggen schlapp!“
„Erzähl’ keinen Quatsch – ich laufe dir meilenweit davon. Außerdem: Lenk nicht ab, meine Liebe. Jetzt geht’s nicht um Joggen, sondern um Minigolf. Und da bin ich eindeutig besser.“
„Besser, besser… So bist du. Willst immer besser sein. Du gönnst mir gar nichts.“
„Wie kommst du denn jetzt da drauf! Dass ihr Frauen immer gleich alles verallgemeinern müsst.“
„Beim Minigolfen zeigt sich eben der wahre Charakter.“
„Warum bist du dann überhaupt mit mir zusammen?“

Ohne dass die beiden es merken, ist ein leichter Wind aufgekommen. Und – plöpp – da war der Golfball im Loch.

Orange

Sie roch an ihren Fingern. Weihnachten. Ihre Finger rochen nach Weihnachten.
Genüsslich steckte sie einen Halbmond nach dem anderen in den Mund und schob die Schalen auf einen Haufen.
Gleich würde es schellen. Gleich würden sie kommen.
Sie nahm die Schalen und warf sie in den Müll.
Dann ging sie ins Bad und wusch sich die Hände. Mit Aqua-Blue-Seife.
Als sie die Tür öffnete, hatte sie noch den Geschmack von Mandarinen im Mund.

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