Buchmesse 18

Die Buchmesse fing für mich in diesem Jahr satte zwei Stunden später an als geplant: Die Bahn musste kurz hinter Köln wieder umkehren und dann rechtrheinisch Richtung Frankfurt zockeln.

Das Gute daran: Die Aussicht auf den Rhein samt Bergen war wunderbar. Und dank Facebook kam heraus, dass auch noch zwei Kollegen und eine Kollegin, die ich bisher nur online kannte, in dem Zug saßen. So nutzten wir die Zeit für ein kleines Autorentreffen „an Bord“. Das war immerhin nett.

Im Mittelpunkt der Messe standen dann drei Verlagsgespräche. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich im nächsten Jahr tatsächlich im Frühling, im Sommer und im Herbst eine Neuerscheinung habe. Lustigerweise spielen in allen drei Büchern Tiere eine Rolle – in ganz unterschiedlicher Art und Weise.

Ansonsten habe ich die verbleibende Zeit für ein Netzwerktreffen und einen Kolleginnen-Freundinnen-Kaffee genutzt. Das ist immer schön auf Messen, dass man Menschen sieht, die weiter weg wohnen.

Getummelt habe ich mich in diesem Jahr nur in der Kinderbuchhalle, die einige Lücken aufwies. Es haben ein paar Verlage entschieden, nicht zu kommen bzw. haben ihre Teilnahme wieder abgesagt. Leider kam ich nicht mehr in die Halle der Indiebuchverlage. Dort bin ich immer so gerne, dort „riecht“ es noch so richtig nach Buch, irgendwie.

Fotos: Andrea Behnke

1.000 Kraniche

Nicht nur Tauben, sondern auch Kraniche sind ein Zeichen für Frieden. Eine japanische Legende besagt, dass man einen Wunsch frei hat, wenn man 1.000 Kraniche gefaltet hat. Ein Mädchen namens Sadako Sasaki, das nach dem Abtombombenabwurf über Hieroshima an Leukämie erkrankt war, wollte im Krankenhaus 1.000 Kraniche falten. In jeden Kranich faltete sie den Wunsch hinein, wieder gesund zu werden. Sie ist gestorben. Doch ihre Freundinnen und Freunde falteten weiter gegen den Krieg. Und mit ihnen viele Menschen auf aller Welt.

Birgit Ebbert, Autorin und Faltkünstlerin aus Hagen, hat schon einmal 1.000 Papiere zu Kranichen verfaltet. Alleine! Und jetzt, von Mitte August bis Ende September, wurde ein Projekt daraus. In der Rathausgalerie, im KunstSchaufenster, hat sie eine Installation mit Kranichen gemacht. Dieses Mal hat sie die Kraniche nicht alleine zum Leben erweckt, sondern viele, viele Hagenerinnen und Hagener haben ihr geholfen. Sogar ganze Schulklassen haben gefaltet. Auch Menschen von außerhalb waren aktiv – ich habe zwei Kraniche beigesteuert. Gefaltet wurde aus Straßenkarten und Atlantenseiten.

Ich habe die Aktion verfolgt und bangte mit, ob die magische Zahl erreicht wird. Pünktlich zum Ende des Projektes hingen nicht nur 1.000 Vögel, sondern sogar knapp 1.500. Und da sie nur für kurze Zeit in der Galerie umherfliegen konnten, dachte ich, ich verlängere die Ausstellung hier im Blog noch ein wenig. Denn ich finde, der Raum mit dem Gemeinschaftswerk sah einfach gigantisch aus. Die Kraniche sind jetzt übrigens auf dem Weg nach Japan, nach Hiroshima. Dort werden sie Teil eines großen Denkmals für den Frieden.

Fotos: Birgit Ebbert

3 Glücksmomente

Es gibt Menschen, die sehen alles positiv. In allem Blöden entdecken sie das Tolle, denken, dass alles für etwas gut ist. Sie regen sich nie auf, um ihre Nerven zu schonen. Wer mich kennt, weiß: So bin ich nicht. Manchmal leider – und manchmal zum Glück. Denn ich finde es durchaus gesund, sich auch zu ärgern oder wütend zu sein.

Aber manchmal verliert man über all den Unmut den Blick für die schönen Momente. Für jene Kleinigkeiten, die das Leben lebenswert machen. Gerade derzeit, wo ich mich  sorge, wohin es mit unserem Land, mit der Demokratie, mit der Vielfalt geht.

Und da ist mir Lena-Frieda eingefallen, die Hauptfigur aus meinem neuen Kinderroman „Frieda und das Glück der kleinen Dinge“. Es geht ihr auch nicht immer gut, aber sie hat die Gabe, dennoch das Große im Kleinen zu entdecken und sich an Winzigkeiten zu erfreuen.

Da fiel mir ein, dass ich meiner Tochter einmal empfohlen habe, sich jeden Abend drei Dinge aufzuschreiben, die an dem Tag schön waren. Und seien sie noch so „mini“. Und dann mit diesen drei Dingen im Kopf einzuschlafen. Das hat sie tatsächlich lange gemacht – und es hat ihr zu der Zeit gut getan.

Kurzum: Ich habe mir jetzt auch ein Glücksmomente-Büchlein angelegt. Das Büchlein hat mir eine Freundin aus China mitgebracht. Jetzt notiere ich tatsächlich seit ein paar Wochen jeden Abend drei schöne Momente des Tages, die mich glücklich gemacht haben. An einem Tag fiel es mir sehr schwer – da steht jetzt einfach: dass wir gesund sind. Manchmal muss man auch das große Glück festhalten.

Foto: Andrea Behnke

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