Astrid Lindgren

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Bei Anna Thur habe ich von einer Blogparade erfahren: Das Kielfeder-Blog hat aufgerufen, Astrid Lindgren ein Geburtstagsgeschenk zu machen. Denn am
14. November würde sie 108 Jahre alt. Und im Oktober erscheinen ihre Tagebücher bei Ullstein. Doch eigentlich braucht es gar keinen Grund, um über Astrid Lindgren zu schreiben, oder?

Astrid Lindgren. Natürlich erwartet man jetzt, dass ich schreibe: Pippi Langstrumpf hat mich als Mädchen geprägt. Aber nein, so war es nicht. Ich habe Pippi früher gar nicht gerne gelesen. Und auch als ich die Bücher dem Kind vorgelesen habe, hat sie mich eher genervt. Ich kann gar nicht sagen, warum das so war und ist … Gemocht habe ich hingegen die Bullerbü-Kinder, Mio und die Brüder Löwenherz.

Doch heute bewundere Astrid Lindgren eher für andere Bücher: Ich liebe ihre Märchen, die sind so feinsinnig, und die Sprache ist bunt und düster zugleich. Auch manche ihrer anderen Geschichten rühren mich zutiefst: Als ich das Bilderbuch „Der Drache mit den roten Augen“ vorgelesen habe, liefen mir die Tränen. Immer und immer wieder. Auch „Guck mal, Madita, es schneit“ und „Polly hilft der Großmutter“ sind weitere Lieblings(bilder)bücher von mir, so anrührend und spannend.

Und nicht zu vergessen: „Tomte Tummetot“ und „Tome und der Fuchs“. Was für eine lyrische Sprache! In wenigen Worten fangen die Szenen an zu leben; Astrid Lindgren verbreitet eine ganz besondere Stimmung.

Ja, genau deshalb sind die Bücher der schwedischen Autorin zurecht Klassiker. Ihre Sprache ist zeitlos schön. Ihrer Zeit war sie voraus – vor allem hat sie eins gemacht: ihre (jungen) Leserinnen und Leser ernst genommen. Sie hat sich nicht angebiedert. Sie mutet ihnen etwas zu – und hat dabei immer mit Kinderaugen geguckt.

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