3 Glücksmomente

Es gibt Menschen, die sehen alles positiv. In allem Blöden entdecken sie das Tolle, denken, dass alles für etwas gut ist. Sie regen sich nie auf, um ihre Nerven zu schonen. Wer mich kennt, weiß: So bin ich nicht. Manchmal leider – und manchmal zum Glück. Denn ich finde es durchaus gesund, sich auch zu ärgern oder wütend zu sein.

Aber manchmal verliert man über all den Unmut den Blick für die schönen Momente. Für jene Kleinigkeiten, die das Leben lebenswert machen. Gerade derzeit, wo ich mich  sorge, wohin es mit unserem Land, mit der Demokratie, mit der Vielfalt geht.

Und da ist mir Lena-Frieda eingefallen, die Hauptfigur aus meinem neuen Kinderroman „Frieda und das Glück der kleinen Dinge“. Es geht ihr auch nicht immer gut, aber sie hat die Gabe, dennoch das Große im Kleinen zu entdecken und sich an Winzigkeiten zu erfreuen.

Da fiel mir ein, dass ich meiner Tochter einmal empfohlen habe, sich jeden Abend drei Dinge aufzuschreiben, die an dem Tag schön waren. Und seien sie noch so „mini“. Und dann mit diesen drei Dingen im Kopf einzuschlafen. Das hat sie tatsächlich lange gemacht – und es hat ihr zu der Zeit gut getan.

Kurzum: Ich habe mir jetzt auch ein Glücksmomente-Büchlein angelegt. Das Büchlein hat mir eine Freundin aus China mitgebracht. Jetzt notiere ich tatsächlich seit ein paar Wochen jeden Abend drei schöne Momente des Tages, die mich glücklich gemacht haben. An einem Tag fiel es mir sehr schwer – da steht jetzt einfach: dass wir gesund sind. Manchmal muss man auch das große Glück festhalten.

Foto: Andrea Behnke

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