Nachgedacht

Gedankensplitter

Theater-Trinken

Mittwochs und samstags bekommen wir den Stadtspiegel, ein Anzeigenblatt. Auf Seite 1 findet sich immer eine kleine Glosse. Dieses Mal äußert sich eine Autorin darüber, dass sie im Theater immer husten muss. Daher lutscht sie Hustenbonbons während der Vorstellung. Doch „gesünder wäre es matürlich, einfach Wasser zu trinken.“ Sie bedauert: „Ist im Zuschauerraum aber leider verboten.“ Und findet es gut, dass es ein alternatives Theater in Bochum gibt, in dem genau das erlaubt ist.

Das erinnert mich an ein Puppentheater, in das wir früher öfter mit dem Kind gingen. Dort packten die Eltern kurz nach der Beginn der Vorstellung Tupperdosen aus. Zum Vorschein kamen kleine Würstchen und natürlich trockene Dinkelstangen. Die Sigg-Flaschen zischten, es gab Getöse, wenn ein Stück Reiswaffel auf den Boden fiel. Denn Reiswaffeln durften natürlich auch nicht fehlen. Puppentheater-Picknick par excellence.

Und jetzt wünscht sich die Stadtspiegel-Journalistin Kinoflair im Schauspielhaus? Ich mag dieses Geknusper und die Gerüche schon beim Filmegucken nicht. Aber auf der Theaterbühne stehen echte Menschen. Die sich konzentrieren. Die alles geben, damit wir in andere Welten entführt werden. In Welten, die auf der Bühne entstehen und nicht bei der Sitznachbarin, die den Rest Wasser mit dem Strohhalm aus der Flasche schlürft.

Für mich bedeutet es Wertschätzung für die Menschen auf der Bühne, dass ich mich eine Stunde, zwei oder drei Stunden nur ihnen widme. Und bevor jemand verdurstet, gibt es ja auch meistens eine Pause.

Foto: Andrea Behnke

Das Foto habe ich in Scharbeutz beim Kleinkunstfestival „Künstler und Meer“ gemacht.
Das wiederum fand draußen statt – mit erlaubten Getränken.

Leistung: Gut, besser, am besten

Eine Geschichte meiner Kollegin Annette geht mir nicht aus dem Kopf. Als sie zeitweise in Neuseeland gelebt hat, hatte ihre Tochter eine erstaunliche Erkenntnis: „Wenn zu Hause ein Kind was gut kann, sagen die anderen immer: ,Das kann ich auch!‘ Und hier sagen sie: ,Das ist toll, dass du das kannst!‘“

Dieses „Das kann ich auch“ beschäftigt viele Kinder spätestens in der Grundschule. Ein kurzes „Das kann ich auch“, und schon ist das Gute eben nicht mehr gut. Oft geht es sogar nicht nur darum, etwas „auch“ zu können, sondern darum, es „besser“ zu können. Oder bestenfalls gleich am besten.

Manche Pädagoginnen und Psychologen meinen, diese Konkurrenz gehöre dazu. Wer sich vergleicht und misst, weiß, wo er steht. Nur wer sieht, wie die anderen sind, kann sich selbst einschätzen. Wird angestachelt. Gibt noch mehr. Das nennen sie Leistungsmotivation.

Das Kind will sich und der Umwelt beweisen, wie gut es ist. Wie toll es turnen kann, wie schön es malt, wie gut es in der Schule ist. Bis zu einem gewissen Punkt ist das wahrscheinlich wirklich alles ganz normal. Wer schaut nicht nach rechts oder links zu den anderen.

Wo ist die Grenze?

Oft gibt es in den ersten beiden Schuljahren keine Noten, sondern Sternchen. Oder kleine Könige, die sich ganz unten am Seitenende eines Tests hinhocken. Könige, die weinen, neutral gucken oder lachen. Und solche, die stolz ihre Krone auf dem Kopf tragen.

Und es gibt Wettbewerbe. Vorlesen, Rechnen oder Leichtathletik. Und zwischendrin eine sogenannte Lernstandserhebung, die nicht nur die Kinder rankt, sondern auch die Klassen und die Schulen.

Ich erinnere mich an meine Schulzeit. Eine Schulzeit mit Noten ab der 1. Klasse, mit Bundesjugendspielen, mit Fehlerlesen oder Vokabelkampf. Scheinbar war ich damals in einem Kokon mit guten Lehrern und wenig Konkurrenzdruck. Vielleicht verblasst die Erinnerung mit der Zeit. Doch ich weiß, dass ich beim Fehlerlesen oft gewonnen habe, und beim Vokabelkampf verloren. Den Kasten beim Gerätturnen habe ich gerissen, dafür war ich schnell. Das waren für mich Momentaufnahmen. Wir Kinder haben das nicht weiter kommentiert, man könnte sagen, es war nur ein Spiel, mehr nicht.

Heute hingegen wird oft der „gesunde Ehrgeiz“ beschworen. Kann Ehrgeiz überhaupt gesund sein? Wann wird er krank? Und wer spricht von „gesunder Gelassenheit“? In einer Gesellschaft, die gerne das Wort Leistung im Namen trägt. Verlangt die sogenannte Leistungsgesellschaft mehr als früher von den Kindern, sich zu vergleichen – und möglichst besser zu sein?

Sein Bestes zu geben ist gut

„Den Menschen zu reduzieren auf einen einzelnen Aspekt und ihn dann zu vergleichen und zu sagen: Der eine ist besser, der andere schlechter – das wird der Fülle unseres Menschseins nicht gerecht. Ich würde immer nur sagen: Ich kann etwas besser. Aber niemals: Ich bin besser.“ Diese Worte des Theologieprofessors Wolfgang Huber (Chrismon 2012) haben sich in mein Hirn gesetzt.

Etwas gut machen zu wollen, ja. Das ist nichts Schlechtes. So gut, wie man kann. Kinder heute sagen nur selten: „Ich habe mein Bestes gegeben.“ Sie sagen: „Ich bin nur Zweite. Und der Paul, der war Erster.“ Sein Bestes zu geben, ohne Bester zu sein, das scheint keinen Wert zu haben.

Als unser Kind klein war, haben wir ein wunderbares Bilderbuch vorgelesen: „Fünfter sein“. Mit Versen von Erich Jandl. Es verkehrt das Prinzip dessen, den anderen immer voraus sein zu müssen. In einem Wartezimmer sitzen fünf Spielzeugtiere und Puppen: Dem Pinguin fehlen die Flügel, die Laufente hat nur eine Rolle, der Teddy ist bandagiert und trägt eine Augenklappe – jeder hat ein Wehwehchen … Einer nach dem anderen verschwindet hinter einer Tür und kommen heile wieder zurück. Es geht nacheinander, nicht jeder kann der Erste sein, aber auch der Fünfte darf zum Puppendoktor. Das ist der mit der gebrochenen Nase – er hat die Nase, wieder zusammengeklebt, zu guter Letzt vorn.

Was ist Leistung?

Da passt ein Sprichwort gut: „Dabei sein ist alles.“ Doch zählt Dabeisein im Vergleiche-Parcours? Ist gut noch gut genug? Und: Wann ist jemand gut? Ein Kind, das zwei Mal wöchentlich im Turnverein turnt, wird den Handstand schneller lernen als ein Kind, das ihn nur im Sportunterricht übt. Leistet das Kind ohne Turnverein dann nicht mehr, wenn es den Handstand an der Wand kann? Ist es nicht ein größerer Erfolg, wenn ein Kind sich um zwei Noten verbessert – selbst wenn es dann keine Eins, sondern eine Drei ist?

Besser zu sein, das bedeutet, sich selbst zu übertreffen – nicht die anderen. Vergleiche können gut sein, wenn es Vergleiche mit sich selbst sind.

P.S: Mit diesem Posting nehme ich an der Blogparade „Schulstart von A bis Z“ des Blogs „Jetzt Schulkind“ teil. Buchstabe L wie Leistung.

Fotos: Andrea Behnke

Frauenbilder

Eine Dreiviertelstunde in der Stadt. Eben etwas Bestelltes abholen und ein Brötchen essen. Zuvor habe ich im Internet ganz viel zum Internationalen Frauentag gelesen. Genickt, den Kopf geschüttelt, mich gefreut und gewundert. Und jetzt, draußen, unter Menschen, Frauen.

Da es gießt, fahre ich ins Parkhaus. Oben sind direkt die Frauenparkplätze. Kürzlich fragte mich mein Kind, warum es Parkplätze für Frauen gibt. Und gab sich die Antwort selbst: „Frauen sind zwar auch stark und können sich wehren, aber manchmal eben auch nicht.“ Jetzt sehe ich ein Auto, das einparkt – und zwar so, dass zwei Parkplätze besetzt sind. Ich fahre ein Stück zurück und bedeute dem Menschen am Steuer, noch einmal auszuparken, damit wenigstens mein kleines Auto noch einen Platz bekommt.

Als ich neben dem Wagen zum Stehen komme, sehe ich: Am Steuer sitzt ein Mann. Ich kurbele die Scheibe herunter und blicke in ein verärgertes Gesicht. „Das sind Frauenparkplätze“, sage ich ruhig. Der Mann schnaubt wütend und faucht: „Wenn Sie nicht einparken können, ist das nicht mein Problem.“ Da öffnet sich die Beifahrertür und eine Frau steigt aus. „Außerdem habe ich meine Frau dabei“, sagt der Mann. Die Frau guckt zu Boden und sagt nichts.

Aufgetaucht aus der Tiefgarage, schnell durch den Regen. Auf der Fußgängerzone zanken sich ein Mann und eine Frau. Der Mann packt die Frau und ruft: „Du kommst mit.“ Die Frau wehrt sich und schüttelt mit dem Kopf. Er versucht, sie vor sich herzuschieben. Viele Frauen bleiben unter den Vordächern der Geschäfte stehen und gucken. Eine Frau zückt ihr Handy. Gerade als ich zu dem Paar gehen möchte, sagt der Mann: „Jetzt hole ich die Polizei.“ „Aber es war doch nur eine Hose“, sagt die Frau. „Eine Hose reicht“, meint der Mann. Da geht die Frau freiwillig mit in das Bekleidungsgeschäft. Unter ihrer Jacke zieht sie eine Jeans hervor.

Im Bäckercafé sitze ich zwei Tische entfernt von einer älteren Frau. Sie isst ein helles Brötchen mit Ei und redet die ganze Zeit. Mit sich selbst. Ihr Gemurmel erfüllt den Raum. Es tut mir in den Ohren weh. Da kommen zwei junge Frauen in langen Röcken ins Café, mit leidender Stimme fangen sie an zu betteln. Bevor sie an meinem Tisch angekommen sind, schiebt der Besitzer der Bäckerei sie wieder vor die Tür. „Was werden da ihre Chefs sagen“, fährt es mir durch den Kopf. Klischee oder Wahrheit, ich weiß es nicht.

Zurück im Parkhaus. Das Auto mit dem Ehepaar steht nicht mehr neben meinem. Automatisch gehe ich einmal um mein Auto herum. Alles in Ordnung. Ganz kurz hatte ich so ein komisches Gefühl …

Foto: Andrea Behnke

Veränderung

… und wieder habe ich ein Motto entdeckt. Dieses Mal auf einer Hauswand in Rotterdam. Dass es jetzt noch mehr denn je passen würde, habe ich in den Herbstferien nicht geahnt.

motto

Nein, keine Angst: Ich bleibe Autorin und ich bleibe selbstständig. Doch merke ich, dass es einige Stellschrauben gibt, an denen ich im neuen Jahr ein wenig drehen möchte. Weiterlesen >>>

Schreibnovember

Herzanhänger

Viele Schreibbegeisterte – Hobbyschreibende und Profis – nutzen den November, um frei zu schreiben. Weit über 300.000 Schreiberinnen und Schreiber machen jährlich beim NaNoWriMo mit und versuchen, 50.000 Worte zu Papier zu bringen. Kurz hatte ich überlegt, ob ich bei diesem Schreibmarathon, der den inneren Zensor ausschalten soll, mitmache. Doch: Dieses Event passt nicht zu mir. Passt nicht zu meiner Art zu schreiben. Passt nicht zu meinen Ideen. Doch hindert mich das daran, den November für meine ganz eigenen Projekte zu nutzen? Nein! Weiterlesen >>>

Buchmesse 2016

Oktober ist Buchmessen-Zeit. Ich mag die Frankfurter Buchmesse, sie ist seit Jahren ein Pflichttermin in meinem Kalender. Gestern war ich dort und habe Lektorinnen und Redakteurinnen und Kollegen und Kolleginnen getroffen. Das war wieder einmal sehr schön.

buechermasseNatürlich bin ich auch ein wenig durch die Hallen geschlendert, um zu gucken, wohin die Branche sich entwickelt. Gerne tummele ich mich immer in der Halle mit den Kinder- und Jugendbüchern, in der mit den Bildungsverlagen und in der Literatur-Halle, in der auch viele unabhängige Verlage ausstellen.

Die Kinderbuch-Halle habe ich in diesem Jahr unsortiert empfunden. Auch waren nicht alle Kinderbuchverlage in der Kinderbuchhalle, weil manche größeren Verlage sich entschieden haben, den Verlag an nur einer Stelle zu präsentieren – mit dem gesamten Programm. So hatte ich das Gefühl, dass die Fläche der Kinder- und Jugendbücher dieses Mal kleiner war. Worüber ich mich freue, ist, dass auch kleine Verlage einen Stand haben – und dass es in der heutigen Zeit überhaupt noch Buchbegeisterte gibt, die einen neuen Verlag gründen. Weiterlesen >>>

Ruheforst am Meer

Ein Friedhof. Grab an Grab, Steine mit eingravierten Namen. In Marmor eingekantelte Beete, bepflanzt mit Heidekraut und Stiefmütterchen. Ein Friedhof ist für mich nicht nur ein lebloser Ort, sondern auch einer, den ich nicht mit den Menschen verbinde, die dort liegen.

Meerblick2Auf einer Radtour an der Ostsee fahre ich durch Zufall durch einen Ruheforst, zwischen Brodau und Bliesdorf, direkt an der Lübecker Bucht. „Unter den Wipfeln ist Ruh“ steht auf einem Schild. Was für ein wunderbarer Ort für das, was man letzte Ruhe nennt. Ein Wald direkt an der Steilküste!

Ich bleibe stehe und schaue nach oben in die Baumkronen. Die Sonne scheint durch das Laub, unten ist es angenehm kühl. Es riecht frisch. Mein Blick fällt aufs Meer, das glitzert. Am Strand gehen ein Mann und eine Frau mit einem Baby im Tragetuch spazieren. Ein Hund schwimmt im Wasser und kommt mit ein paar Algen im Mund heraus. Möwen kreisen über dem Sand. Wer weiß, vielleicht sind es die Seelen der Toten. Es gibt schlechtere Wiedergeburten, denke ich, und wundere mich gleichzeitig über meine Gedanken. Weiterlesen >>>

Kreativität auf Knopfdruck?

Viele sagen: Du hast einen tollen Beruf. Du darfst Geschichten schreiben. Ja, ich habe es gut. Ich darf Geschichten schreiben. Manchmal heißt das aber auch: Ich muss Geschichten schreiben.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Meine Arbeit teilt sich in zwei Bereiche: in einen größeren – das sind meine Auftragsarbeiten. Da schreibe ich nicht nur Geschichten, sondern auch Sachtexte, Journalistisches, Unterrichtsmaterialien. Aber ich schreibe eben auch Geschichten im Auftrag: Oft gibt es dann eine Rahmenhandlung, eine Hauptfigur oder manchmal auch nur ein (Ober-)Thema. Gerade habe ich am Stück für ein neues Buch 22 Geschichten erfunden.

Der kleinere Bereich sind meine freien Arbeiten. Das sind Geschichten, die ganz aus mir selbst herauskommen – und die ich, wenn den Nerv treffe, auch verkaufe. Dieser auftragsfreie Bereich ist oft sehr klein, was einerseits gut ist: Denn das zeigt, dass der Schreibladen brummt. Weiterlesen >>>

Medien und AfD

Schon seit geraumer Zeit frage ich mich: Wie sollten Medien mit der AfD umgehen? Vorab: Eine Antwort habe ich nicht. Doch ich habe ein paar Gedanken dazu.

AugeIch bin der Meinung, dass man die AfD nicht totschweigen kann und darf. Davon würde sie nicht verschwinden. Doch wie viel Plattform sollte man ihr geben? Da sind die einen, die meinen: Die AfD entlarvt sich bei jedem TV-Auftritt selbst, in jedem Interview, das irgendwo gedruckt wird, zeigt sie ihr wahres Gesicht. Das mag sein. Doch gilt das wahrscheinlich nur für jenes Publikum oder jene Leserschaft, die die AfD sowieso nicht wählen würde. Diese Menschen tauschen sich dann via Social Media aus und empören sich. Doch verlässt man dann seine eigene Filterblase und gibt einfach mal den Hashtag einer Sendung mit AfD-Beteiligung ein, trifft man ebenso auf jene, die applaudieren. Weiterlesen >>>

Muttertag …

Liebe Werberinnen und Werber,

ich bin kein Fan vom Muttertag – und auch kein Fan vom Vatertag. Dennoch verstehe ich es, wenn Kinder ihren Eltern etwas basteln möchten oder ihnen einen bunten Strauß oder etwas Süßes schenken. Große Geschenke finde ich zu diesem Anlass übertrieben. Ich mag diese Kommerzialisierung nicht.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

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Was mit den Händen …

Bei vielen Kolleginnen und Freundinnen beobachte ich, dass sie wieder „mehr mit den Händen“ machen. Papier falten, Nähen, Stricken, Häkeln, Lettering, Zeichnen, Schmuck herstellen: Immer mehr nutzen ihre freie Zeit kreativ – oder nehmen sich Zeit, um kreativ zu sein. Bei manchen entsteht sogar ein Geschäft daraus.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Hand-Arbeit, im wahrsten Sinne des Wortes, gehört für mich schon immer dazu. Meine Mutter hat mir sehr früh häkeln und stricken beigebracht. Mit 12 klapperte ich unter dem Schulpult mit den Nadeln und hatte einen „Strickclub“ mit Freundinnen. Ich strickte Norwegerpullis und komplizierte Muster. Später ruhten die Nadeln ein wenig, statt dessen zeichnete ich, modellierte, fädelte, nähte, filzte. Vor einiger Zeit habe ich die Häkel- und Stricknadeln wieder hervorgekramt und baue seitdem meinen Wollberg ab, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Weiterlesen >>>

Vater

Wie ist es, wenn Eltern alt werden? Wie ist es für die erwachsenen Kinder – und wie ist es für die Eltern? „Vater“, ein Stück des französischen Schriftstellers Florian Zeller, zeigt eindrucksvoll, wie es ist, wenn sich alles um einen herum aufzulösen scheint. Gesehen habe ich es in einer fantastischen Inszenierung des Schauspielhauses Bochum.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Journalistisch und auch in meinen Geschichten beschäftige ich mich immer wieder mit Generationen, mit Altwerden, mit Demenz. Regisseur Alexander Riemenschneider hat die dazugehörige Welt auf die Bühne gebracht. Eine Welt, die zunächst noch ganz normal scheint: Ein älterer Mann, Annes Vater (exzellent gespielt von Bernd Rademacher), vergisst hier und da mal etwas, Kleinigkeiten, kaum merkbar. Er verlegt seine Uhr zum Beispiel – doch wer hat nicht auch schon einmal etwas verlegt? Weiterlesen >>>

Didacta-Schwerpunkt: Menschen auf der Flucht

Didacta-Zeit: Die Bildungsmesse ist in diesem Jahr in Köln, ich war am Dienstag dort. Einer der Schwerpunkte: Integration von Menschen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind.

So-funktioniert-DeutschlandAn fast jedem Schulbuchstand gab es neue Materialien zu Deutsch als Fremdsprache. Mal waren es neue Lehrwerke, mal Arbeitshefte, mal Apps zum Vokabellernen.

In der frühkindlichen Bildung sah man einen Trend hin zu Bildkarten in der Sprachförderung. Weniger Text – mehr Fotos oder Zeichnungen.

Diese Materialien kämen nicht nur Kindern zugute, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sondern auch den deutschen Kindern, sagte mir eine Lektorin. Weiterlesen >>>

Frauen im Polit-Talk

Nein, ich bin keine Erbsenzählerin. Aber manchmal muss man gar nicht zählen – da fällt einem etwas sofort ins Auge. So wie gestern, beim „Anne Will Talk“ in der ARD. Thema: „Bomben und Elend in Syrien – Lässt sich der Krieg stoppen?“ In der Runde saßen vier Männer und eine Frau.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Ich twitterte „… und Frau Krone-Schmalz ist die einzige Frau, die zum Thema Syrien etwas sagen kann?“ – Umgehend kam eine Replik, ob es denn immer 50:50 sein müsse. (Nein, nicht immer – aber wenigstens ab und zu, denke ich, wenn ich Polit-Talkshows im Fernsehen beobachte.) Kurz drauf folgte noch die Frage, wen ich denn eingeladen hätte.

Nun gehe ich davon aus, dass die Anne Will-Redaktion die Gästerunde nicht binnen Minuten in Form eines Tweets zusammenstellt, aber dennoch sind mir sofort Frauen eingefallen, die einiges hätten zum Thema beitragen können: Dr. Bente Scheller der Heinrich-Böll-Stiftung beispielsweise, Prof. Cilja Harders oder Politikwissenschaftlerin und Autorin Kristin Helberg. Weiterlesen >>>

Schauspielerei

Manchmal weiß man gar nicht, dass man etwas vermisst hat – bis man es mal wieder tut. So ging es mir am Samstag mit dem Theaterspielen.

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Illustration: Andrea Behnke

Da war ich mit dem Kind in einem Workshop des Schauspielhauses Bochum im Rahmen der Generationenwoche. Das Kind macht öfter Workshops am Jungen Schauspielhaus. Als nun das Schnupperangebot ausgeschrieben war für Omas, Opas, Mütter, Väter und Kinder, dachten wir zwei: Das ist etwas für uns.

Ich habe vor vielen Jahren eine Improtheater-Weiterbildung gemacht und war bis vor fünf Jahren Mitglied der Playbacktheater-Gruppe Feuerfunken. Playbacktheater ist eine Improtheater-Form, bei der wahre Geschichten aus dem Publikum spontan auf die Bühne gebracht werden. Seitdem war ich „bühnenfrei“ und habe Theater nur als Zuschauerin genossen und Szenen geschrieben. Weiterlesen >>>

Mehr Fragen als Antworten

Was mir im Moment auffällt: Egal, was passiert – sehr viele Menschen haben binnen Minuten eine Meinung, die sie kundtun. Ich bin auch ein durchaus meinungsfreudiger Mensch, aber ich brauche Zeit. Je komplexer die Fragen sind, desto mehr Zeit brauche ich.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Ich kann nicht sofort ein Posting veröffentlichen, in dem ich die Situation erkläre und einordne und bewerte. Ich kann nicht sofort kommentieren, wenn mir Fakten fehlen. Einfach ein wenig nachdenken (können) … Weiterlesen >>>

53 Wochen

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Das Projekt 53: Es ist vollbracht. Von Anfang Januar bis Ende Dezember habe ich tatsächlich jede Woche ein Schwarz-Weiß-Foto und eine Miniatur gepostet. Mal waren es wirklich nur ganz kurze Schnipsel, mal waren es etwas längere Geschichtchen. 53 kleine Häppchen zum Lesen und Gucken. Weiterlesen >>>

2015

Ich bin kein Silvester-Typ. Vielmehr liebe ich den 1. Januar: Egal, wie das Wetter ist, mir kommt der erste Tag des neuen Jahres immer hell vor. Die Weihnachtsdeko ist schon verschwunden, bis auf den Baum. Fast ist es, als wenn der Frühling schon leise anklopft – obwohl der Winter noch gar nicht richtig da war.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Da jedoch ein schreibreiches Jahr für mich zu Ende gegangen ist, blicke ich ganz kurz zurück, auf … Weiterlesen >>>

Frohe Weihnachten

Ich wünsche meinen Kundinnen und Kunden, meinen Kolleginnen und Kollegen, meinen Leserinnen und Lesern ein erholsames Weihnachtsfest und viele Sternstunden im neuen Jahr. Und für die Begegnungen im Jahr 2015 ein herzliches Dankeschön – es war schön mit Euch und Ihnen!

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Heute bei Texterella

Susanne von Texterella ist die Gründerin des tollen Netzwerks Texttreff. Auf ihrem Blog läuft schon lange eine Interviewserie mit spannenden Frauen. Als sie mich kürzlich fragte: „Andrea, bist du eigentlich schon 40?“, habe ich einmal kurz gelacht wegen der Schmeichelei – und ahnte schon, worauf sie hinauswollte. Sie wollte mich für die „Frauen über 40“-Reihe gewinnen.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Meine erste Reaktion: Gerne – aber mit Mode habe ich nicht so viel am Hut. Sie sagte: „Das sagen die meisten, die ich interviewt habe.“ Also habe ich mich auf ihre Fragen eingelassen und einen ganzen Abend in alten Fotokisten gekramt, um ihr Bilder zu schicken. Dabei ist mein bisheriges Leben noch mal an mir vorbeigeflitzt. Und ich habe gemerkt, dass ich mich natürlich verändert habe, aber dass ich mir auf der anderen Seite auch treu geblieben bin. Weiterlesen >>>

Friedhof-Gedanken

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Heute blogge ich nicht hier bei mir. Heute bin ich woanders zu Gast – im Totenhemd-Blog nämlich. Petra und Annegret haben da eine ganz wunderbare November-Aktion. Jeden Tag schreibt jemand anderes zu ganz heimlichen Fragen, rund um Sterben und Tod, also Themen, die sonst so oft tabuisiert werden. Ich habe mir meine ganz eigenen Gedanken gemacht und beantworte die Frage „Sind Tote gerne auf dem Friedhof?“ Vielleicht habt ihr Lust, „drüben“ lesen? Das würde mich sehr freuen.

 

Buchmesse 2015

Ich gehöre zu den Menschen, die gerne auf Messen gehen. Ich mag es herumzuschlendern und Eindrücke zu sammeln. Und die Buchmesse in Frankfurt gehört für mich ohnehin dazu.

Bilderbuch-MesseGestern jedoch hat sie mich ein wenig erschlagen. Ich hatte dank der Bahn eine nervige und lange Hinfahrt, als ich ankam, war es schon richtig voll. Riesige Schlangen an Rolltreppen und Toiletten, Gedränge in den Hallen. Weiterlesen >>>

Mittelalt

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

In diesem Sommer bin ich wieder ein Jahr älter geworden. Nichts Ungewöhnliches, ein Jahr älter zu werden. Doch so langsam merke ich, dass Älterwerden auch etwas mit Alter zu tun hat. Natürlich ist man mit unter 50 noch nicht alt – und mit über 50 auch nicht. Aber dennoch.

Es ist komisch mitzubekommen, dass immer mehr Menschen mit Professur irgendwann Ende der 70er oder gar Anfang der 80er Jahren geboren sind. Eine Professorin, die noch in der Grundschule war, als ich schon das Abi in der Tasche hatte. Wow. Und selbst Leute, die auf die Welt kamen, als ich schon mit dem Studium begonnen hatte, sind längst richtig erwachsen. Weiterlesen >>>

Stadt, Land, Fluss

Birgit hat in ihrem Blog eine Blogparade ausgerufen, die ich sehr schön finde: Und zwar sucht sie alte Kinderspiele für drinnen und draußen – gerne verbunden mit einer persönlichen Erinnerung. Da kam mir ein Erlebnis heute genau zupass.

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

Das Kind erzählte, dass es im Moment mit Freundinnen und Freunden in der Schulbetreuung ein „super Spiel“ spielt: Stadt, Land, Fluss. Ich sagte: „Klasse, das mochte ich früher auch immer gerne. Können wir uns gleich ja mal eine Tabelle malen und auch spielen.“ Worauf das Kind mich verwundert ansah und meinte: „Haben wir das denn? Das ist doch mit Karten!“ Und nun war ich es, die irritiert war. Weiterlesen >>>

Adieu Schleife!

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Foto: Andrea Behnke

Heute verabschieden wir uns von jemandem, der uns lange begleitet hat. Früher in der Kindheit gehasst und geliebt, aber es führte kein Weg an ihm vorbei. Außer barfuß zu gehen. Heute rufen wir: Adieu, lieber Schnürsenkel. Es war schön mit dir. Weiterlesen >>>

Bonhoeffer und Kinderfragen

 

Foto: Andrea Behnke
Foto: Andrea Behnke

„Von guten Mächten treu und still umgeben,
Behütet und getröstet wunderbar,
will ich diese Tage mit euch leben
Und mit euch gehen in ein neues Jahr.“

Diese Verse hat Dietrich Bonhoeffer 1944 als KZ-Gefangener an seine Verlobte geschickt. Voller Hoffnung.

In der Schule lernt das Kind dieses Lied „Von guten Mächten“. Die Lehrerin erzählt auch ein wenig vom Leben des Theologen, der im Zweiten Weltkrieg als Widerständler im KZ getötet wurde. Das Kind sagt mir immer wieder, dass aus den Duschen, damals, kein Wasser kam, sondern Gas.

Es ist aufgewühlt. Und fragt mich nach meinen Großeltern. Weiterlesen >>>

Sprache ist Bewusstsein

Als ich angestellt war, hatte ich es bei einer Stelle mit zwei Betriebswirten zu tun. Beide waren Frauen. Schon damals hat es mich irritiert, dass sich Frauen als Männer bezeichnen.

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Foto: Andrea Behnke

Eine tat es sogar mit Stolz in der Stimme. „Ich bin Betriebswirt und arbeite im IT-Bereich“ – das bedeutete für sie: Ich bin eine Frau, aber ich habe es dennoch geschafft. Weiterlesen >>>

Mädchensandalen

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Foto: Andrea Behnke

Sommersandalen zu kaufen kann für Mädchenmütter zur Tortur werden. Besonders dann, wenn die Mädchen nicht mehr ganz kleine Füße mehr haben. Denn dann mutieren die Sandalen zu Frauenschläppchen – für jene Frauen, die nicht laufen wollen, sondern flanieren. Weiterlesen >>>

Flohmarktbücher

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Foto: Andrea Behnke

Natürlich kaufe ich viele Bücher im Buchladen. Oder bestelle sie direkt beim Verlag. Denn als Autorin lebe ich davon, dass Menschen Bücher eben dort kaufen. Aber ich liebe es auch, in Bücherkisten auf Flohmärkten zu stöbern und echte Schätze zu heben. Solche, die man eben nicht mehr im Buchgeschäft findet. Weiterlesen >>>

Mannschaftssport

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAls ich kürzlich etwas zum Thema Schule und Berufswahl schrieb, versah meine Kollegin Alice Gabathuler das auf Twitter mit dem Zusatz: „Wie wir wurden, was wir sind“. In diese Rubrik fällt bei mir auch: Volleyball.

Genau, dieser Ballsport, denn in der 8. Klasse wollte ich unbedingt Volleyball spielen. Der erste Trainer, bei dem ich aufkreuzte, musterte mich und sagte: „Du kannst wiederkommen, wenn du ein paar Jahre älter und mindestens zehn Zentimeter größer bist.“ So lange wollte ich nicht warten und bin zum nächsten Verein gegangen. Dort durfte ich bleiben. Erst B-Jugend, später A-Jugend und 2. Damen. Und was soll ich sagen: Es war großartig. Weiterlesen >>>

Naturwissenschaften

Gerade habe ich eine Hörgeschichte für Kinder abgegeben, darin geht es um eine Erfindung und um ganz viel Physik. Ende letzten Jahres habe ich eine andere geschrieben, in der eine Forscherin im Mittelpunkt steht. Die Recherche zu den beiden Projekten fand ich sehr spannend. Und warum bin ich selbst keine Naturwissenschaftlerin geworden?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIch liebe meinen Job, wirklich. Und ich bereue meine Studienfachwahl nicht. Aber warum ich ein Bio- oder Medizinstudium noch nicht einmal angedacht habe, ist mir heute schleierhaft. Inzwischen bin ich mir ziemlich sicher: Es sind vor allem die Lehrerinnen und Lehrer, die Lust an einem Fach vermitteln – oder eben nehmen. Weiterlesen >>>

Jahresende

2014 war merkwürdig. Eingerahmt von einem Wasserrohrbruch und einer Wurzelbehandlung, wanderte es wahnwitzig schnell an mir vorbei.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs war das 15. Jahr meiner Selbstständigkeit, was mir fast  unwirklich vorkommt. 15 Jahre freiberuflich – und es fühlt sich noch immer richtig an. Vor allem auch deshalb, weil ich immer mehr Themen bearbeite, die ich wichtig finde. Gerade in einer Zeit, in der ein friedliches Zusammenleben nicht selbstverständlich ist, möchte ich „sinnvolle Texte“ schreiben. Weiterlesen >>>

Bahnhofskaffee

Auf den Zug warten. Frieren, sich einen Kaffee ziehen und fast ein Gedicht schreiben.

Bahnhofskaffee

Bahnhofskaffee
aus dem Automaten
50 Cent
für einen nicht-korrekten
Becher aus Plastik
an dem man sich
die Finger verbrennt

Foto: Andrea Behnke

Rosarot

Ich liebe Weltkugeln, auf denen man mit dem Finger um die ganze Erde reisen kann. Ich finde auch, dass ein Globus ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für ein Grundschulkind ist. Aber – um Himmels Willen: Was hat den Hersteller denn da geritten?

globusErst dachte ich, ich hätte ausnahmsweise meine rosarote Brille auf, als ich diese Globusse in einem Laden sah. Doch nein, ich erblickte ganz deutlich … eine rosafarbene Welt. Viele blaue Welten für Jungen und die Prinzessinnen-Welt für Mädchen. Da frage ich mich doch, in welcher Welt wir leben …

Foto: Andrea Behnke

Melancholie

Als ich das erste Mal seit dem Pfingst-Unwetter im Bochumer Stadtpark war, dachte ich: Hier wohnt die Melancholie. Der Park ist nur wenig geräumt und größtenteils noch gesperrt.

Sturm-MelancholieDas Milchhäuschen hat wieder geöffnet. Doch auf der Terrasse ein Eis zu essen und auf umgekippte Bäume und rot-weißes Flatterband zu schauen, ist deprimierend.

Leblose Skulpturenbäume. Helligkeit, die dunkel scheint.

Ein bisschen passt dieser Anblick zu dieser Region, in der ich lebe. Eine entwurzelte Region, irgendwie. Vielleicht auch ein bisschen überfordert und alleingelassen.

Foto: Andrea Behnke

Nur-Gefühl

Im Moment habe ich das Nur-Gefühl. Das verfolgt mich schon das gesamte Jahr. Gepaart mit einem „Sieh’s doch positiv“. Manchmal schäme ich mich, wenn sich das Nur-Gefühl nicht sofort einstellen will. Und dann finde ich es durchaus o.k., dass es so ist.

UnwetterAktuelles Beispiel: das Unwetter in Bochum. Der Sturm hat Dachziegel auf mein Auto regnen lassen. Ich habe mir das Auto (gebraucht) erst vor einem halben Jahr gekauft. (Nebenbei: Ich kaufe mir nur höchst selten ein Auto). Habe länger gesucht, um eines in einem Preis-Leistung-Verhältnis zu finden, das mir passt. Und jetzt das. Natürlich ist es nur ein Auto. Alle, die mir das sagen, haben völlig recht. Bei einem solchen Sturm passieren weitaus furchtbarere Sachen, das weiß ich. Und fühle mich sofort schlecht, dass ich mich über das zerbeulte Auto geärgert habe. Ein Auto ist bloß ein Gegenstand – und „Stell dir vor, du hättest in dem Auto gesessen“. Weiterlesen >>>

Kindertag – Werbetag?

Seit ein paar Wochen flattert immer wieder Reklame ins Haus von Spielzeugläden und -versendern. Der Anlass: Am 1. Juni ist der internationale Kindertag. Doch was hat der mit Kaufen zu tun?

zahn-animation Weiterlesen >>>

Draußen spielen

Meine Netzwerk-Kollegin Luise Holthausen hatte auf Facebook einen Link zu einer Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks gepostet. Anlässlich des Weltspieltags am 28. Mai will das Kinderhilfswerk von Kindern und Jugendlichen wissen: Wie zufrieden seid ihr mit den Spielmöglichkeiten in eurer Umgebung? Denn: Jedes Kind hat laut UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf Spiel.

eselEin Recht auf Spiel … Was hatte ich doch in dieser Beziehung für eine glückliche Kindheit. Wir konnten spielen – und wir haben gespielt. Und zwar so oft es ging draußen. Bis ich elf war, habe ich in einer typischen 60er-70er-Jahre-Siedlung gewohnt. In einem Mietshaus mit vielen Kindern, mit Wiese vor dem Haus, Wiese hinter dem Haus und einem Garagenhof. Links vom Haus war unser „Plattenweg“, auf dem wir Rollschuh fahren konnten. Und dann gab es die Bahngleise mit einer Böschung. Ob wir da spielen durften, weiß ich nicht, aber wir taten es … Zwei Narben an meiner Wade erinnern mich daran, denn einmal wickelte sich ein Stacheldraht um mein Bein. Weiterlesen >>>