Kladde

Figurentheater-Erlebnis

Wie schön, dass das Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst in Bochum sitzt. Denn das beschert uns regelmäßig ein ganz wunderbares Festival – die FIDENA. Dort sieht man Puppenspielkünstler aus aller Welt mit Aufführungen jenseits von Kasper & Co.

Gestern war ich in der Vorstellung “Die Geschichte vom kleinen Onkel” des Puppentheaters Magdeburg. Die Vorlage ist ein Buch von Barbro Lindgren-Enskog. Darin geht es um einen kleinen Mann, der  einen Freund sucht. Einsam ist er, und anders als die anderen. Schließlich findet er einen Hund. Und noch mehr …

Die Magdeburger Künstler haben eine tolle Performance auf die Bühne gebracht. Puppenspielkunst im wahrsten Sinne des Wortes. Der kleine Onkel inmitten von handy-fonierenden grauen Menschen mit grauen Anzügen und Aktentaschen – ein Stück Gesellschaftskritik war inklusive. Ein kleiner dicker Onkel, der andere Dinge liebt, als wichtig zu tun und zu funktionieren. Und dessen Mut, sich von der Masse abzuheben, schließlich belohnt wird.

Das Spiel war fulminant: Völlig ohne Worte, dafür mit Musik und einem extrem rhythmischen Spiel, das die (kleinen und großen) Zuschauerinnen und Zuschauer kaum durchatmen ließ. Manchmal chorisch, dann wieder im Einzelspiel zeigten die Magdeburger, was im Figurentheater heutzutage möglich ist.

Angekündigt als Stück ab vier Jahren, kamen jedoch auch Erwachsene auf ihre Kosten. Es war mitreißend, künstlerisch und auch technisch exzellent. Nicht zuletzt die wunderbaren Figuren und die ausgeklügelte Figurenführung ließen mich glauben: Die Puppen leben!

Fotos: Puppentheater Magdeburg / Jesko Döring

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