Kladde

Das Strick-Ding und ich

Ich habe ein Strick-Ding. Seit Freitag. Ich war auf der Messe Creativa in Dortmund. Stand bei einer Präsentation, guckte interessiert – und, schwupps, kaufte ich mir tatsächlich dieses Teil. Natürlich mit Rabatt. Denn im Doppelpack war’s günstiger, und man glaubt gar nicht, wie schnell man in solchen Situationen eine wildfremde Freundin hat (die besitzt jetzt auch ein Strick-Ding).

Das Strick-Ding strickt rund, leider nicht ganz alleine, sondern auch mit einer Nadel. Aber eben nur mit einer. Ähnlich wie eine Strickliesl, aber doch wieder anders – wir schreiben schließlich das Jahr 2012. Ich kann eigentlich gut mit einem Nadelspiel stricken – also mit fünf Nadeln! – doch das klappert immer so und geht in die Hände. Wie’s mit dem Strick-Ding, das wirklich so heißt, klappt, weiß ich noch nicht. Es liegt noch im Karton.

Ja, so ist es auf Kauf-Messen. Irgendetwas kauft man doch. Meine Ausbeute neben dem Strick-Ding: ein Buch (natürlich zum Strick-Ding, denn ohne Anleitung kriege ich das nie eingefädelt) und drei Krönchen für die Kette (die passenden Kugeln habe ich schon – aus einem Geschäft). Warum drei? Das war so: Am ersten der gefühlten 100 Stände mit Perlen gab es nur Zehner-Packs, da ich das nicht professionell mache, brauche ich keine zehn. Beim zweiten habe ich einzelne gefunden – für 1,20 Euro das Stück. Gekauft. Und dann – wie es auf Kauf-Messen eben so ist – gab es dieselben Krönchen, zwei in einer Tüte, für einen Euro. Da griff ich dann noch mal zu.

Ansonsten landeten aber nur noch Aufkleber in meinem Rucksack. Und Fragen. Zum Beispiel: Was fasziniert so viele Menschen an Scrapbooking – also an diesen Basteleien mit Papier, Fotos, Aufklebern und Glitzer? Stände mit Scrapbooking-Zubehör gab es fast so viele wie Perlenstände – oder gar mehr? Eine weitere Frage: Warum kaufen Menschen auf einer Kreativ-Messe industriell gefertigte Schals oder Ketten? Warum müssen selbst gemachte Puppen wie echte Babys aussehen? Und warum braucht es zu Ostern mindestens so viel Deko wie zu Weihnachten?

Doch abgesehen von meiner neuen Strick-Errungenschaft habe ich auch einige Ideen mit nach Hause genommen. Und schöne Eindrücke. Zum Beispiel gab es einen Stand zum Nadelbinden, das ist eine ganz alte Kunst. Es gab schöne gefilzte Sachen samt Workshops. Eine Holzbildhauerin zeigte live ihr Können. Es gab einen Trommelbauer, eine Bärenwerkstatt und Hutmacher. 550 Stände waren es in diesem Jahr. Der große Andrang zeigt: Es lebe das (Kreativ-)Handwerk.

Ich möchte auch wieder mehr mit meinen Händen machen – außer Tippen.

Foto: Creativa / Westfalenhallen Dortmund

8 Kommentare

  1. Andrea sagt:

    Ein Foto vom Strickding? Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, wie das aussieht. ;)

  2. HBaller sagt:

    Na, da bin ich ja mal auf den Erfahrungsbericht gespannt – für mich sieht das unglaublich nervig aus. Aber ich mag auch die Strickliesel nicht …

  3. Andrea sagt:

    Das hätte ich mir (gerade mit diesem Bild zum Text) ja ganz anders vorgestellt, irgendwie figürlicher. :-)

  4. HBaller sagt:

    Und – wie arbeit – äh wie entspannt es sich mit dem Teil? Ich habe inzwischen einen seit Monaten halbfertigen Pulli vorgenommen und stricke am zweiten Ärmel.

    • Andrea B. sagt:

      Entspannender ist “normales Stricken”, finde ich. Ich muss immer drauf schauen, sonst rutschen mir die Maschen runter. Das kann aber auch an mir liegen ;-) Das Maschenbild wird allerdings sehr schön. Einzig: Mir fehlt oft die Zeit für so was, und abends bin ich häufig zu müde …

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