Kladde

Archiv ‘Werkstatt’

Mein Buch: Die Verlagsvorschau

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich vor etlichen Jahren eine Kollegin auf einem Journalistenkongress traf. Dort unterhielten wir uns und über dies und das und darüber, wo unsere berufliche Reise uns noch hinführen soll. Sie meinte: “Mit 40 will ich auf jeden Fall ein Buch geschrieben haben.”

Guter Plan, dachte ich damals – und siehe da: Ich bin 42, und mein erstes Buch ist auf dem Weg in die Läden. Gerade ist die Verlagsvorschau erschienen. Was für ein aufregendes Gefühl, sie in der Hand zu halten und das eigene Buch auf einer ganzen Seite zu finden!

Das Buch heißt:

Und was passiert dann?
Geschichten erfinden mit Kindern.
Fragen, Erzählen, Fabulieren in der Kita

Es erscheint am 12. Januar im Herder-Verlag. Das Buch ist ein Herzens-Projekt. Es ist mir ein Anliegen, Erziehende zu ermutern, mit Kindern in die Welt der Geschichten einzutauchen. Ohne Druck und ohne Stress.

Ich freue mich schon sehr darauf, bald die ersten Exemplare in der Hand zu halten.

Mehr kann man schon auf der Verlagsseite lesen.

Rennende Zeit

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Ich habe das Gefühl, man klaut mir eine Stunde. Einfach so. Und zwar jeden Tag. Meine Tage reichen einfach nicht aus im Moment. Irgendetwas kommt immer zu kurz.

Zunächst dachte ich, es läge an der Uhrumstellung – seitdem beobachte ich dieses Phänomen nämlich. Ich habe schon einen Tweet dazu verfasst: „Seit der Uhrumstellung fehlt mir eine Stunde – nur leider jeden Tag“. Geschrieben, getwittert – und kurz drauf wieder gelöscht. Denn mir ist – peinlich, peinlich – eingefallen, dass wir ja schon Herbst haben. Und bei der Uhrumstellung im Oktober verlieren wir ja keine Stunde, sondern gewinnen eine …

Umso merkwürdiger ist dieses gefühlte Zeitdefizit. „Wenn man es eilig hat, sollte man betont langsam gehen“, sagte mir mal der Zeitexperte Lothar Seiwert in einem Interview. Und: Man könne in einen Tag, der eben nur 24 Stunden keine 48 hineinpacken. Recht hat er.

Doch gerade der Jahresendmarathon macht einem jegliches Zeitmanagement schwer (wobei ich eh keine Managerin bin …). Zum einen schneit es gerade bei öffentlichen Auftraggebern oft gerade zum Jahresende noch einmal Budget. Zum anderen machen Kinder keinen Winterschlaf, und Weihnachten liegt nun mal auch im Winter.

Aber alles jenseits von Kunden und (Christ-)Kind schiebe ich jetzt in den Januar – der neue Kalender liegt schon neben mir.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Vorweihnachtswoche! Und natürlich ein entspanntes Fest und alles Gute für 2012!

Foto: Traumtaenzerin / pixelio.de

Checked4you hat Geburtstag!

Freitag, 09. Dezember 2011

Bevor das Jahr zu Ende geht, möchte ich hier noch mal ganz herzlich gratulieren. Und wem? Checked4you. Das ist das Jugend-Online-Magazin der Verbraucherzentrale. Und das feiert seinen 10. Geburtstag. Ich freue mich, dass ich ebenso lange als freie Autorin dabei bin.

Auf checked4you.de finden Jugendliche alle Infos rund um Verbraucherthemen – von Gesundheit und Ernährung über Sport bis hin zu Reisen, Geld sowie Computer, Internet und Handy. Es gibt nicht nur Artikel, sondern auch Podcasts, Tests und Quiz-Elemente. Auch Umfragen und Foren gehören dazu – Interaktion mit den Userinnen und Usern ist wichtig.

Zehn Jahre – das ist eine ganz schön lange Zeit. Zuvor hatte ich für die Verbraucherzentrale ein Konzept geschrieben, wie das Interesse von Jugendlichen für ihre Themen geweckt werden kann. Daraus entstand dann die Idee des Portals.  Ich bin also ein ganz kleines bisschen auch “Geburtshelferin”. Das Angebot hat sich natürlich immer weiterentwickelt, und auch auf Twitter und Facebook ist checked4you zu finden.

Dass ich so lange mit “an Bord” bin, hat zum einen damit zu tun, dass mir die Themen am Herzen liegen. Zum anderen auch damit, dass mir die Zusammenarbeit mit dem Redakteur viel Spaß macht.

Foto: checked4you.de / Verbraucherzentrale

Besuch bei “writingwoman”

Sonntag, 04. Dezember 2011

Nachdem ich den tollen Gastbeitrag von Nina Hundhausen eingestellt habe, den ich beim Texttreff-Blogwichteln gewonnen habe, möchte ich nun auch das Geheimnis lüften, wer mir zugelost wurde: meine Autorenkollegin Petra A. Bauer. Meinen Beitrag – ein “Hoch auf die Mittagspause” – findet man nun im Blog “writingwoman”.

Nun bin ich gespannt auf die ganzen anderen Wichtelbeiträge, die noch vor Weihnachten im Netz stehen werden.

Blogwichteln

Freitag, 25. November 2011

Die Adventszeit ist bei mir beruflich selten besinnlich – oft schneit es gerade Ende des Jahres noch ein wenig Budget. Umso mehr freue ich mich auf eine ganz besondere Aktion meines Netzwerks Texttreff: das Blogwichteln, das mir ein wenig weihnachtliche Vorfreude beschert.

Der Texttreff ist ein großes Netzwerk von Frauen, die rund um Text arbeiten: Sie schreiben, lektorieren, korrigieren, übersetzen, unterrichten … Und viele bloggen, so wie ich. Manche mehr und manche weniger. Meine Kollegin Julia hatte die tolle Idee, dass wir uns gegenseitig Blogbeiträge schenken könnten. Gesagt – getan: Über 50 Blogs nehmen teil. Wie beim Wichteln üblich, kommt alles in einen (virtuellen) Sack, und dann wird gezogen.

Ich bin gespannt, wo ich einen Blogbeitrag veröffentlichen darf und wer meine Kladde bestückt!

Lesung

Donnerstag, 03. November 2011

11.11.2011: Was für ein Datum ;-) An diesem Tag findet in NRW die “Lange Nacht der Bibliotheken” statt. Und ich bin zusammen mit meiner Autorinnengruppe clarafontana dabei. Sechs von uns lesen in der Bochumer Stadtbücherei. Das Motto “Liebe, Lust, Leidenschaft: Verknallt in Bibliotheken” gilt auch für uns. Wir haben Ernstes, Lustiges, Melancholisches rund um Leidenschaft und Bücher geschrieben – wobei es nicht nur um Bücher-Leidenschaften gehen wird. Und: Natürlich gehört auch unser Impro-Schreiben als Pausenfüller wieder dazu.

Die Lesung beginnt um 20 Uhr in der Zentralbücherei, Gustav-Heinemann-Platz in Bochum.

Comenius-Siegel für Unterrichtsmaterial

Donnerstag, 04. August 2011

Das Comenius-EduMedia-Siegel ist eine begehrte Auszeichnung für europäische Multimediaprodukte. In diesem Jahr hat die Gesellschaft für Pädagogik und Information der Stiftung “Jugend und Bildung” mehrere Auszeichnungen verliehen – darunter auch eine für das Medienpaket Sozialpolitik.

Das Medienpaket Sozialpolitik beinhaltet aktuelle Unterrichtsmaterialien: ein Schüler- und ein Lehrerheft, Arbeitsblätter, Schaubilder sowie ausführliche Informationen und Interaktives im Internet. Hinter dem Medienpaket stehen die “Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung” sowie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Dass das Medienpaket als “inhaltlich und gestalterisch besonders wertvolles didaktisches Multimediaprodukt” gilt, freut mich gleich doppelt: Zum einen finde ich es wichtig, dass Jugendliche sich mit unserem Sozialsystem beschäftigen. Die kostenlosen Medien sind immer am Puls der Zeit – ein guter Service für Lehrkräfte.

Zum anderen arbeite ich an dem Medienpaket mit. So habe ich im vergangenen Jahr das Schülerheft aktualisiert und das Lehrerheft geschrieben. Außerdem habe im vergangenen Jahr und in diesem Jahr einige Themen (z.B. Behinderung und Schule, Hartz IV, Zeitarbeit, Arbeitsmarkttrends) ausgearbeitet, die nun als Unterrichtsmaterialien heruntergeladen werden können.

Gerade frisch erschienen ist ein Special zum Thema “Neues in der Sozialpolitik 2011″, das ich geschrieben habe. Dazu gibt es Hintergrundinformationen, ein Arbeitsblatt sowie ein Schaubild.

Schreibtypen

Montag, 25. Juli 2011

Es gibt Puzzlespieler, Geschichtenerzähler, Jäger und Sammlerinnen, Kritikerinnen und Kritiker: Die Rede ist von Schreibtypen. Manche schreiben eine erste Rohfassung von Anfang bis Ende, sie gliedern ihr Material beim Schreiben und denken dabei weiter. Anschließend redigieren sie.

Andere wiederum recherchieren und schreiben dann ganz genau nach Plan. Eine fundierte Gliederung ist für sie das Wichtigste. Kritiker planen auch ganz viel – nur stört die Schere im Kopf beim Schreiben… Der Materialberg wird größer und größer, doch aufs Papier kommt nicht allzu viel.

Die Wissenschaft unterscheidet grob zwei grundlegende Schreibmuster: „top-down“ oder „bottom-up“. Top-down-Schreibende basteln erst eine Gliederung, an der sie sich beim Schreiben orientieren. Bottom-up-Schreibende hingegen finden übers Schreiben zur Textstruktur.

Natürlich gibt es immer wieder auch Mischtypen. Und: Je nach Art der Schreibaufgabe kommen unterschiedliche Schreibtypen zum Vorschein.

Bei meinem Ratgeberbuch war ich eine Puzzlerin. Die Gliederung stand sehr detailliert. Ich habe die einzelnen Punkte nicht der Reihe nach gefüllt, sondern so, wie mich die Themen “ansprangen”. Mir war es wichtig, ein bestimmtes wöchentliches Schreibpensum zu erfüllen. Und daher konnte ich mich nicht an einzelnen Stellen festbeißen. Das funktioniert aber nicht bei allen Projekten – oft fällt es dann beim Puzzlen schwer, die Übergänge zu glätten und den roten Faden nicht zu verlieren.

Da auch Auszubildende häufig mit Schreibaufgaben konfrontiert werden und diese oft als Last empfinden, habe ich für die aktuelle Ausgabe der T.I.M. einen Beitrag zum Thema Schreibhürden geschrieben. Die T.I.M. (Techniken – Ideen – Materialien) beinhaltet “Unterrichtsmaterialien für berufsbezogene Kommunikation”. Das Magazin erscheint im Bildungsverlag Eins. Meine Arbeitsunterlagen umfassen elf Seiten und eine Folie – und zeigen, dass Schreiben Handwerk und keine Kunst ist.

Foto: Andrea Behnke

Arbeitsblatt: Cybermobbing

Mittwoch, 13. Juli 2011

Hunde jagen sichEs passiert nicht oft, dass ich bei Recherchen für einen Auftrag Gänsehaut bekomme. Bei der Arbeit an dem Arbeitsblatt zum Thema Cybermobbing war es jedoch so. Unvorstellbar, wie manche Schülerinnen und Schülerinnen unter anonymen Attacken in der virtuellen Welt zu leiden haben.

Das Netz ist öffentlich – Meldungen verbreiten sich rasend schnell weiter. Auch Unwahrheiten. Laut aktueller JIM-Studie sehen 30 Prozent der Jugendlichen im Cybermobbing die größte Gefahr des Internets. Rund jeder vierte Jugendliche kennt jemanden, der schon mal im Netz „fertig gemacht wurde“.

Obwohl die Bundesregierung eine Plattform, die eigens für Hetzjagden gemacht war, auf den Index gesetzt hat, gibt es Mobbing immer noch: in sozialen Netzwerken oder direkt per Mail. Das geht so weit, dass Betroffene Selbstmordgedanken bekommen. Erschreckend!

Umso wichtiger, dass Schülerinnen und Schüler erfahren, wie sie sich vor Mobbing im Netz schützen können. Und wie sie sich verhalten, wenn sie mitbekommen, dass andere gemobbt werden. Oberste Regel: Nicht alles im Netz von sich preisgeben! Und: Nicht wegschauen. Jugendliche sollten auf jeden Fall Erwachsenen Bescheid geben, wenn sie etwas beobachten.

Mein Arbeitsblatt ist bei Schroedel Aktuell erschienen. Es kann fächerübergreifend in der Sekundarstufe I eingesetzt werden.

Foto: Verena N. / pixelio.de

Text-Feedback

Montag, 06. Juni 2011

Feedback von Kolleginnen und Kollegen zu eigenen Texten: Als ich noch angestellt in der Redaktion gearbeitet habe, war das völlig alltäglich. Hier ein gemeinsames Brainstorming, dort ein Gegenlesen – all das gehörte einfach dazu. Doch als Freiberuflerin gibt es bei kleineren Projekten nicht immer die Zeit und die Möglichkeit dazu. Und das ist schade. Denn wie Dr. Gerd Bräuer, Leiter des Schreibberater-Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, zurecht beibringt: Frühzeitiges Feedback macht das Schreiben besser.

Ich habe soeben das Manuskript für meinen Ratgeber abgegeben. Nach meinen ersten eigenen Überarbeitungen am Bildschirm und am Papier habe ich Teile des Buches aus der Hand gegeben: an geschätzte Kolleginnen, mit der Bitte, mir ihren Leseeindruck zu schildern. Zurück bekommen habe ich ein großes Paket, voll mit Anregungen zum Lektorieren. Wunderbar! Denn selbst ist man für bestimmte stilistische oder logische Ungereimtheiten blind. Kennt man doch den eigenen Text in- und auswendig. (So habe ich zum Beispiel erfahren, dass “auch” anscheinend eines meiner Lieblingsworte ist…)

Kollegiales Feedback zu Texten ist sehr wertvoll – auch für künftige Schreibaufgaben. In meinen Seminaren versuche ich, die Teilnehmenden zu ermuntern, ihre Texte anderen Menschen anzuvertrauen. Für viele ist die Hürde, das zu tun, hoch. Doch ich konnte es jetzt wieder einmal am eigenen Text erfahren: Text-Feedback ist lehrreich. Das gilt übrigens  auch fürs Feedback-Geben. Und dass, wer nimmt, auch gibt, ist natürlich selbstverständlich.

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de