Buchstabenverschwörung
Donnerstag, 28. März 2013
Das Thema LRS (Lese- und Rechtschreibschwäche) beschäftigt mich journalistisch schon lange. Vor vielen Jahren habe ich recherchiert, wie sich Kinder und junge Erwachsene fühlen, die LRS haben. Damals habe ich vor allem geschaut, wie es Gymnasiastinnen und Gymnasiasten geht und welche Hürden Studierende überwinden müssen. Es sind mehrere Artikel dazu erschienen. Dann habe ich vor zwei Jahren ein Jugendbuch- und Theatermanuskript geschrieben über ein Mädchen, das Probleme mit LRS hat – “Bühnenflieger” ist der derzeitige Titel.
Umso spannender fand ich es, dass meine Kollegin Birgit Ebbert ein Kinderbuch zu diesem Thema veröffentlicht hat. “Susa, Timo und die Buchstabenverschwörung” heißt es. Die beiden Hauptfiguren lernen sich in der Hundeschule kennen und treffen sich auf der weiterführenden Schule wieder. Doch Susa merkt schnell, dass Timo ein Geheimnis hat. Dass es seine Probleme mit dem Lesen und Schreiben sind, erfährt sie erst später. Auch sie kämpft mit der Rechtschreibung, geht aber lockerer damit um.
Timo kann tolle Hundegeschichten erfinden, nur aufschreiben mag er sie nicht. Selbst dann nicht, als es darum geht, mit ihnen Geld für die Hundeschule aufzutreiben. Doch Susa wäre nicht Susa, wenn sie aufgeben würde. Sie schmiedet einen Plan und rettet nicht nur die Hundeschule, sondern auch ihren neuen Freund.
Wie schon in Birgit Ebberts Buch “Miekes genialer Anti-Schüchternheitsplan” geht es in diesem Roman um Kinder mit Lernproblemen. Die Autorin – Pädagogin und Lernbegleiterin – versteht es, echte Mutmach-Bücher ohne erhobenen Zeigefinger zu schreiben, die allen Kindern Spaß machen.
Ich habe Birgit noch zwei Fragen zu ihrem neuen Buch gestellt.
Wie bist du auf das Thema LRS gekommen für deinen neuen Kinderroman?
Ich habe häufig mit Kindern zu tun, die unter ihren Lese- und Rechtschreib-Problemen leiden. Da hatte ich die Idee, ihnen und allen anderen Kindern mit der Schwäche Mut zu machen und gleichzeitig zu zeigen, dass ein Schüler mit LRS nicht nur dadurch bestimmt wird, sondern andere Sorgen und vor allem andere Stärken hat.
Du hast auch ein Sachbuch bzw. einen Ratgeber zu LRS geschrieben. Was empfiehlst du Eltern, deren Kinder LRS haben? Und wie können Kinder lernen, mit LRS umzugehen?
Wichtig finde ich, das gilt für Eltern und Lehrer, dass Kinder oder Jugendliche mit einer LRS nicht nur auf diese Schwäche reduziert werden. Sie brauchen besondere Ermutigung und den Blick auf das, was sie leisten können und geleistet haben. Oft hilft es schon, sich die Verbesserungen seit dem letzten Diktat oder Aufsatz anzuschauen. Meine Schüler freuen sich immer sehr, wenn sie feststellen, dass sie Wörter, die sie immer falsch geschrieben haben, endlich richtig schreiben. Das macht Mut, sich weiterhin zu bemühen.
Birgit Ebbert
Susa, Timo und die Buchstabenverschwörung
Arena, Würzburg 2013









